Freiwilliger Bautrupp im Bühnengraben

Aufführungen gibt es beim Freilichttheater Waldenburg dieses Jahr nicht. Gebaut wird trotzdem - oder gerade deswegen.

Waldenburg.

Auf der Freilichtbühne im Grünfelder Park in Waldenburg sollte in diesem Sommer eigentlich der nordische Donnergott Thor seinen Hammer schwingen, doch anstelle Donnergrollen gab es am Samstag nur die Geräusche von Bohrmaschine, Säge und Akkuschrauber. Ein Dutzend hitzeerprobter Mitglieder des Theatervereins absolvierten einen schweißtreibenden Arbeitstag und bauten eine Podest in den Bühnengraben. Benötigt wird es im kommenden Jahr, wenn das Stück "Götterdämmerung!", eine heitere Inszenierung aus der nordischen Sagenwelt, dann hoffentlich gespielt werden kann. "Wir brauchen eine größere Dorffläche, das wurde schon mit dem Drehbuch so geplant", sagt Maik Schönfeld, Theaterurgestein und Verantwortlicher für den Kulissenbau.

Per Konstruktionsprogramm im Computer hatte er Zeichnungen angefertigt, sodass am Samstag zielstrebig drauflos gebaut werden konnte. Die Unebenheiten im Bühnengraben auszugleichen war dabei neben der Hitze eine der größten Herausforderungen für die Hobbyholzbauer, die in den vergangenen Jahren in diesem Metier aber schon viel Erfahrung gesammelt haben. Zugebaut wird aber nur ein Teil des Grabens, was auch den Zweck hat, dass künftig noch näher am Publikum agiert werden kann, zum Beispiel bei den Schaukämpfen. "Das kommt gut. Bisher haben wir ja schon manchmal direkt vor der ersten Reihe gespielt, aber das sehen dann die Leute weiter hinten nicht", sagte Maik Schönfeld. Deshalb wurde das Podest auch erhöht gebaut.

Noch weiter oben im Rapunzelturm, der vor der Saison 2019 gebaut wurde, werkelten Lars Schönfeld und Vivien Vogel. Abgebaut wird der Turm aber nicht. Für die Thor-Inszenierung wird er verändert, unter anderem auch mit dem Anbau einer Schmiede. Einen derartigen Vorlauf in Sachen Kulissenbau gab es beim Freilichttheater noch nie, aber wegen der Corona-Pandemie entschieden sich die Verantwortlichen im Mai für die Absage der diesjährigen Spielzeit. Vorbereitungen hatte es aber bis März auch schon einige gegeben, es wurden Texte gelernt und erste Proben durchgeführt. "Irgendwie fehlt nun dieses Jahr was, aber es ist schön, an den Wochenende auch mal Zeit zu haben", sagt Maik Schönfeld, Gründungsmitglied des Theaters, das seit 2004 jedes Jahr aktiv ist und meist zehn bis zwölf Aufführungen präsentiert.

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