Gedenkminute für verunglückte Arbeiter

Zwickau.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) ruft am heutigen Dienstag für 12 Uhr zu einer Gedenkminute für verunglückte Arbeiter auf. Beschäftigte auf dem Bau oder in der Landwirtschaft hätten ein besonders hohes Risiko, im Job einen Unfall zu haben oder krank zu werden. "Ob im Homeoffice oder auf der Baustelle: Um 12 Uhr sollte jeder kurz die Arbeit beiseitelegen und an die Menschen denken, die im Job tödlich verunglückt oder berufsunfähig geworden sind", so IG-BAU-Bezirksvorsitzender Andreas Herrmann. Nach Angaben der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft kam es in der Branche 2019 zu rund 3300 Arbeitsunfällen in Sachsen - zwei davon mit tödlichem Ende. Trauriger aktueller Anlass: Vor vier Wochen war ein Zimmermann auf einer -Baustelle in Mülsen tödlich verunglückt. Am diesjährigen Aktionstag soll vor allem auf die Gefahren durch Asbest hingewiesen werden. Der Tag wird seit 1989 weltweit begangen. (kru)

1Kommentare

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    mesiodens
    11.05.2020

    Ein herzliches Dankeschön an die IG BAU, dass sie auf Gefahren aufmerksam macht und dass sie vor allem ihrer verstorbenen und verletzten Kollegen gedenkt.
    Ganz anders hat sich leider der Auftraggeber der Baustelle in Mülsen verhalten, denn dieser hat noch nicht einmal ein klitzekleines Wort der Anteilnahme geäußert, auch nicht auf Nachfrage, wie in vorigen Artikeln zum Thema zu lesen war. Und ich meine, dass niemandem ein Zacken aus der Krone fällt, wenn man sein Bedauern äußert, außer man empfindet vielleicht keines?...
    Viel besser wäre es jedoch, wenn derartige Unfälle gar nicht erst passieren würden.
    Deshalb wünsche ich mir, dass der jüngste Unfall peinlichst genau untersucht wird und der wirkliche Ablauf rekonstruiert wird. Ein Zimmermann - noch dazu mit Meisterausbildung und 35 Jahren Berufserfahrung - weiß mit Sicherheit, wie er sich auf einem Dach zu bewegen hat und tritt nicht einfach so auf einen "losen" Dachsparren. Weiteres möchte ich aufgrund des laufenden Verfahrens hier nicht äußern...
    Unfälle wie dieser gehören LÜCKENLOS aufgeklärt, damit potentielle Unfälle dieser Art vermieden werden und nötigenfalls auch Vorschriften und Voraussetzungen im Sinne der Unfallvermeidung angepasst werden.
    Nur dann wäre der Tod meines lieben Bekannten nicht völlig sinnlos gewesen. Denn da ist immer noch, sechs Wochen später, eine große Trauer und Leere und ein "Nicht-Begreifen-Können" bei allen Angehörigen, weil er mit unglaublicher Wucht regelrecht aus dem Leben gestoßen wurde...
    Liebe Bauleute, gebt auf euch und auf eure Kollegen Acht. Arbeitet mit Kopf, Herz und Verstand. Egal ob Hilfsarbeiter, Lehrling, Geselle oder Meister, ihr sitzt im selben Boot und es gibt Menschen, die euch und eure Arbeit schätzen.
    Weil jeder in der Gesellschaft wichtig ist. Danke für eure wertvolle Arbeit.
    Jeder der auf einer Baustelle verletzt wird oder gar zu Tode kommt, ist einer zuviel...
    "Passt auf euch auf..." - Das sagte der Verunglückte auch immer zu seinen Liebsten...