Haftstrafe nach Beutezug in Innenstadt

Ein Trio hatte in zwei Stunden Textilien und Schuhe im Wert von 950 Euro gestohlen. Ein Täter wurde jetzt verurteilt.

Zwickau.

Ein 20 Jahre alter Libyer ist am Dienstag am Amtsgericht Zwickau wegen Bandendiebstahls zu einer Haftstrafe von sieben Monaten verurteilt worden. Für das Gericht stand nach der Beweisauf- nahme fest, dass der Angeklagte gemeinsam mit zwei weiteren Tätern im Frühjahr 2017 an einem regelrechten Beutezug durch sechs Geschäfte in der Zwickauer Innenstadt beteiligt war. Hauptsächlich hatte es das Trio auf T-Shirts, Jeanshosen und Sportschuhe abgesehen. Insgesamt, so rechnete die Staatsanwältin aus, waren dabei Waren im Wert von knapp 950 Euro gestohlen worden. Um beim Verlassen der Geschäfte keinen Alarm auszulösen, hatten sie eine Umhängetasche mit Alufolie ausgekleidet. Ihr Diebesgut versteckten sie an einem Gebüsch am Tatjana-Lietz-Weg. Dort wurden sie von Zeugen beobachtet, wie sie mit ihren Taschen in Richtung Schwanenteich liefen, wo sie die Sicherheitsetiketten entfernten.

Der junge Mann, der seit Anfang 2017 in Deutschland lebt, hatte vor Gericht ein Geständnis abgelegt. Seine beiden deutlich älteren Mit- täter hätten ihn zu den Diebstählen angestiftet, erklärte er dem Gericht. Zuvor habe er zwei Jahre in Italien gelebt, wo er nicht kriminell geworden war. Er sei von seinen "Freunden", die er in der Erstaufnahme in Chemnitz kennengelernt hatte, nach Zwickau eingeladen worden. Einer der beiden habe ihm gezeigt, wie man sich in den Geschäften bedienen kann, ohne dafür zu zahlen. Da er mittellos gewesen sei, habe er sich darauf eingelassen. Allerdings, so sagte er dem Gericht, sei er nicht an allen Diebstählen beteiligt gewesen. Zunächst sagte er aus, dass er die Kleidungstücke für sich behalten wollte. Erst später gab er zu, dass das Trio teilen wollte.

Dass er keine Bewährung bekam, begründete das Gericht mit insgesamt fünf Vorstrafen - alle wegen Diebstahls. Einer der Mittäter, ein 42Jahre alter Marokkaner hatte eigentlich neben dem Libyer auf der Anklagebank sitzen sollen. Er sitzt derzeit in Köln in Haft. Auf dem Weg nach Zwickau ging er allerdings "verloren". Er wurde ab Kassel versehentlich zurück nach Köln transportiert, heißt es. Das Gericht erfuhr dann auch zumindest den Vornamen des dritten Tatbeteiligten und dass dieser in Frankreich in Haft sei.

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