Hauptmarkt wird zum großen Spielplatz

Begegnung, Kultur, Spaß - all das gab es am Samstag beim Jubiläums-Straßenfest "Eigenart". Unter den Gästen: einer der Gründer.

Zwickau.

Das Straßenfest "Eigenart" feierte am Samstag 25. Geburtstag. Vier Träger hatten Zwickaus Hauptmarkt in einen Spielplatz verwandelt. Rund 1000 Besucher verfolgten Theateraufführungen, Tanzdarbietungen und Livemusik, versuchten sich am Glücksrad, beim Basteln und Gestalten. Ganz Verwegene unterzogen sich einer splitterscharfen Mutprobe oder "gingen" in die Luft ...

"Unser Ziel ist es, Menschen mit Behinderungen eine Bühne für ihre Kreativität und künstlerische Betätigung in der Öffentlichkeit zu geben. So kommen mitten im Stadtalltag Menschen mit unterschiedlichsten Befähigungen oder auch Einschränkungen zusammen", berichtet Achim Barth, Bereichsleiter Behindertenhilfe der Diakonie - Stadtmission Zwickau.

Nur mit Partnern ist die Riesensause zu schaffen. Zu Mitveranstaltern gehören das Diakoniewerk Westsachsen, Christliches Sozialwerk und Lebenshilfe Westsachsen. Rund 150 Akteure, Künstler, Helfer ermöglichen diesen Tag der Begegnung und des Miteinanders. Finanzielle Förderung leisten außerdem die Aktion Mensch, Landkreis und Stadt Zwickau sowie Unternehmer.

Weil viel geboten wird, ist Nadja Münzner ein "Eigenart"-Fan. Während ihre Kinder Ella (4) und Piet (8) in der Matschkiste nach "Edelsteinen" schürfen, bemerkt die Zwickauerin: "Für Kinder ist Verschiedenartigkeit normal. Ich finde, man kann von jedem Menschen etwas lernen. Und jeder hat das Recht, wahrgenommen zu werden."

Stolz wie Bolle ist Patrick Löhn. Zur musikalischen Eröffnung darf der im Rollstuhl sitzende Zwickauer den Straßenfestsong am Schlagzeug begleiten. Geprobt wurde im "Club Löwenzahn", einem Freizeitclub für Menschen mit und ohne Behinderung. "Das Fest ist schön, wie ein richtiger Geburtstag", freut sich der 32-jährige.

Grund zum Feiern hat auch Bob Dietrich. Vor 25 Jahren begründeten der damalige Zwickauer Diakonie-Werkstattleiter und weitere Mitstreiter die Veranstaltung. "Wir haben klein angefangen, doch von Beginn an auf Qualität und Vielfalt gesetzt." Inzwischen Mitarbeiter des Diakonischen Werkes Auerbach geht ihm das Herz auf, in welchem Umfang "Eigenart" gewachsen ist.

Andere suchen den "Stresstest" zum Straßenfest: treten barfuß auf Glasscherben, klettern auf sieben übereinander gestapelten Bierkästen in die Höhe... Dann lieber doch die Bonbon-Wurfmaschine probieren... Aller guten Dinge sind drei und das Erdbeer-Konfekt gehört mir! - Mag der Himmel grau sein. Das Leben ist bunt. Entsteht nicht erst aus Vielfalt Eigenart? (kabu)

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