Immer vorn dabei

Eine Mülsenerin führt Kinder durchs Museum. Eine Jugendfeuerwehr erhält Qualitätszertifikat. Ein Musiklehrer leitet Männerchor seit 20 Jahren.

Inge Weiß (66), Mitglied im Heimatverein Mülsen, führt seit fünf Jahren jeden Monat Kinder aus der Region Tschernobyl, die sich in Westsachsen erholen, durch das Heimatmuseum an der Niclaser Poststraße. Sie erzählt den Acht- bis Zehnjährigen Interessantes aus der wechselvollen Geschichte des alten Fachwerkhauses mit seinen geheimnisvoll knarrenden Dielen. Ihre Rundgänge lockert Inge Weiß mit lustigen Episoden auf. So lässt sie die Kinder raten, wer wohl gerade auf dem altmodischem Klo sein "Geschäft" erledigt. Begeistert sind die Mädchen und Jungen immer, wenn sie sich mit Kleidung aus der Zeit um 1900 verkleiden dürfen. Inge Weiß lichtet die mit Pelz- umhängen, Hüten, Federboa, Zylinder oder Gehstock ausgestatteten Gestalten dann beim Posieren vor der Kamera ab. Die Kinder bedanken sich stets mit Liedern aus ihrer Heimat für die interessanten Führungen. Und die Niclaserin drückt zum Abschied jedem ein paar Süßigkeiten und eine Karte aus Mülsen in die Hände. (hbö)

Michael Franke (56), Ortsvorsteher, erinnerte am Montag anläss- lich der alljährlichen Kranznieder- legung am Ehrenmal in Mülsen St. Micheln nicht nur an die 198 Opfer des Naziregimes, die bei der Brandkatastrophe im Mülsener Außenlager der Konzentrationslagers Flossenbürg in der Nacht zum 1. Mai 1944 bestialisch ums Leben gekommen sind. Er brachte zugleich auch seine Freude darüber zum Ausdruck, dass das Mahnmal in den zurückliegenden Monaten wieder in einen ordentlichen Zustand versetzt werden konnte. "Unter Federführung des Vereins für Ortsgeschichte und Brauchtumspflege sowie Dank der Unterstützung engagierter Sponsoren und Helfer konnte dieses Areal so um- gestaltet werden, sodass hier endlich wieder ein würdiges Gedenken möglich ist", sagte er. Franke zufolge darf das Mahnmal nicht auf den Ortsteil Micheln reduziert werden, sondern müsse darüber hinaus wirken. Er bezog das auf die Gemeinde und die Region. "Das sind wir den Opfern des Flammeninfernos, aber auch allen anderen Opfern der Nazidiktatur schuldig." Auch Ehrhard Junge, Vorsitzender des Jacober Heimatvereins, sieht den Erhalt der Gedenkstätte als Verpflichtung an. Er zollte den freiwilligen Helfern und Sponsoren großen Respekt. (awo)

Arnd Gläser (51), Hobbytaucher, gehörte zu jenen Unterwassersportlern, die beim traditionellen An- tauchen im Steinbruch am Giegen- stein nicht davor zurückschreckten, in die nur sieben Grad Celsius kühlen Fluten zu steigen. "Dank meines Trockentauchanzuges bekomme ich die Temperatur nicht ganz so heftig mit. Trotzdem spürt man natürlich, dass es im Wasser doch noch recht kühl ist", sagte er. Seine Liebe für die Unterwasserwelt entdeckte der Zwickauer erst vor wenigen Jahren während eines Ägyptenurlaubes. "2012 habe ich dann hier beim Tauchclub ,Flipper' meinen Tauchschein gemacht. Im Nachhinein gesehen hätte ich das bereits viel früher machen sollen, denn es ist ein wunderschöner Freizeitsport", sagte er. Der Tauchgang am 1. Mai war für ihn nicht der erste in diesem Jahr. Gläser war schon beim Eis-, dem Faschings- und Ostertauchen mit von der Partie. Für ihn sind das willkommene Gelegenheiten, gemeinsam mit anderen Tauchsportlern zusammenzukommen. "Wir tauchen ja nicht nur, sondern fachsimpeln, tauschen Erlebniserinnerungen aus und feiern natürlich auch." Er freut sich schon auf die große Fete, mit der im Sommer auf der Tauchbasis am Giegenstein das 20-jährige Bestehen des Tauchclubs "Flipper" gefeiert werden soll. (awo)

Helko Kühne (45), Musiklehrer, begeht sein 20-jähriges "Dienstjubiläum" als Liedermeister des Männergesangvereines Arion 1898 Saupersdorf. "Mir ist nicht bewusst gewesen, dass ich dem Chor schon so lange meinen musikalischen Stempel aufdrücke", sagte er. Übernommen hat er die Funktion vor zwei Jahrzehnten von Gunnar Tichy, Mitglied der Band SK5. Ins kalte Wasser ist Helko Kühne damals nicht gesprungen, betreute er seinerzeit doch bereits die Mülsener Liedertafel. Im Laufe der Jahre hat er mit den Arion-Sängern mehr als 40 neue Stücke einstudiert - neuerdings auch in englischer Sprache. Ans Aufhören denkt er noch nicht. "So lange es geht und sinnvoll ist, möchte ich hier weiter aktiv sein. Mir persönlich muss es Spaß machen." Mit sieben Jahren hatte er begonnen, Geige zu spielen. "Damals nicht ganz freiwillig, sondern mehr auf freundliches Drängen meiner Eltern. Heute bin ich froh darüber, dass ich auf diesem Weg zur Musik gefunden habe", sagt er. (awo)

 

Yves Kretzschmar (35), Jugendwart der Cainsdorfer Feuerwehr, darf sich zusammen mit den 20 Kindern und Jugendlichen, die er derzeit unter seinen Fittichen hat, über eine ganz besondere Auszeichnung freuen. Als eine von nur sieben Jugendfeuerwehren in ganz Sachsen bekamen die Cainsdorfer den Titel "Qualitätsstandort" zuerkannt. Damit soll nach vorgegebenen Standards das ehrenamtliche Engagement auf diesem Gebiet gewürdigt werden. "Die sieben ausgezeichneten Jugendfeuerwehren haben in der Testphase des Projektes die an sie gestellten Vorgaben erfüllt. Ab Mitte des Jahres kann sich jede Jugend- feuerwehr im Freistaat um diese Qualitätssiegel bewerben", sagte der Jugendwart, der selbst der sächsischen Projektgruppe angehörte. Zu erfüllen waren acht Kriterien, unter anderem aus den Bereichen Dienstinhalte, Öffentlichkeitsarbeit und Wertevermittlung. Besonders stolz dürften die angehenden Brandschützer sein, dass ihnen die Auszeichnung ausgerechnet in diesem Jahr zugesprochen wurde. Denn immerhin kann die Cainsdorfer Jugendfeuerwehr 2017 auf ihr 50-jähriges Bestehen zurückblicken. (awo)

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