Improvisation begeistert Tanz-Fans

Ballettliebhaber lassen sich die Veranstaltungen aus der Reihe "tanz+" nicht entgehen. Drei neue Tänzer haben sich vorgestellt.

Zwickau.

Unter dem Motto "NEUgierig" stand die jüngste Veranstaltung der beliebten "tanz+"-Reihe. Neu und gierig auf die Arbeit, so sind die Neuzugänge der Tanzcompanie des Theaters Plauen-Zwickau.

Während die Zwickauer Ballettliebhaber die Japanerin Momoe Kawamura bereits in der vergangenen Spielzeit als Gast im Ballett "Giselle" der Ballettdirektorin Annett Göhre erlebt haben, debütierten die beiden Tänzer Julian Greene und Francesco Riccardi in "Giselle" in dieser Spielzeit in Plauen. Für die beiden Tänzer ist es ihr erstes festes Engagement. "Ich war begeistert von der Arbeit mit Annett Göhre, deswegen freue ich mich sehr, jetzt zur Companie zu gehören", sagte die 24-jährige Japanerin, die 2002 nach Deutschland zog, um ihre Tanzausbildung fortzuführen. Im vergangenen Jahr schloss sie erfolgreich ihr Studium für Zeitgenössischen Tanz an der Folkwang Universität der Künste in Essen ab.

Der 18-jährige Schwede Julian Greene erhielt seinen ersten professionellen Tanzunterricht an der Königlichen Ballettschule in Stockholm. 2016 zog er nach Deutschland, um an der renommierten Palucca Hochschule für Tanz in Dresden zu studieren, wo er sein Tanzstudium in diesem Jahr abschloss.

Der 19-jährige Italiener Francesco Riccardi begann als zehnjähriger seine tänzerische Ausbildung an der Tanzschule des Wiener Staatsballetts. Von dort wechselte er 2014 an die Staatliche Ballettschule Berlin, wo er 2016 einen ersten Abschluss im Studiengang Bühnentanz in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin absolviert hat und sich derzeit weiter fortbildet.

Mit Ballettchefin Annett Göhre, die ihre Ausbildung ebenfalls an der Staatlichen Ballettschule Berlin absolvierte, plauderte Riccardi in der "tanz+"-Veranstaltung auch über das Internatsleben, das alles andere als weniger streng geworden ist. Streng, so erlebt der neue Musikalische Mitarbeiter, Repetitor Masayuki Carvalho, die Ballettwelt. "Ich komme eigentlich aus der Opernwelt, deswegen ist die Ballettwelt absolut neu für mich. Und wenn ich streng sage, dann nur im ganz positiven Sinn. Weil ich den allergrößten Respekt vor Balletttänzern und ihrer Arbeit habe", erklärte der in Japan geborene und in Brasilien aufgewachsene Sohn eines Japaners und einer Brasilianerin. Als Pianist debütierte er bereits im Alter von 13 Jahren mit dem Sao Paulo Symphony Orchestra. Sein Studium in Klavier und Theorie setzte Masayuki Carvalho an der Musikhochschule Freiburg fort, diesem folgte das Dirigenten-Studium an der Musikhochschule "Hanns Eisler" in Berlin.

Carvalho arbeitet nicht nur als Pianist und Dirigent, sondern auch als Komponist an Soundtracks für Filme. "Bei uns muss er noch lernen, dass beim Ballett alle per Du sind und er endlich aufhört, mich zu Siezen. Dass die Zahl Acht für die Tänzer eine so große Rolle spielt, dass man über uns Späße macht, wir Tänzer können nur bis acht zählen, das weiß er schon", warf die Ballettchefin lachend ein. "Nein, es geht auch weiter, aber immer nur in Achter-Schritten", stellte der neue Ballettrepetitor klar, der während der Vorstellung eine Improvisation am Klavier begleitete, bei der auch der neue Trainingsmeister und Assistent der Ballettdirektorin, Matthias Markstein, mit tanzte. Sein Studium für Bühnentanz absolvierte der Hartensteiner an der Palucca Hochschule Dresden, wo er später Tanzpädagogik studierte und von 2011 bis 2016 als Künstlerischer Mitarbeiter für Zeitgenössischen Tanz unterrichtete. Seitdem ist er freischaffend als Tänzer, Tanzpädagoge, Trainer und Choreograf im In- und Ausland unterwegs. "Jetzt ist er bei uns für das Training im Zeitgenössischen Tanz und Ekaterina Tumanova weiterhin für den Klassischen Tanz zuständig", sagte die Ballettchefin, die den neuen Ballettmeister während der Arbeit am Staatstheater am Gärtnerplatz München kennenlernte. "Ich war jetzt schon ganz aufgeregt, wie es mit der Improvisation vor dem Publikum klappt, denn auch eine Improvisation muss geübt werden", sagte sie erleichtert.

Der lang anhaltende und herzliche Applaus zeigte, wie begeistert das "tanz+"-Publikum von dem, was aufgeführt wurde, war - darunter auch ein Ausschnitt aus Göhres neuem Tanzstück "Die Möwe Jonathan", das seine Premiere am 22. November um 19.30 Uhr im Malsaal in Zwickau feiern wird. Die Einführungsmatinee ist ebenda am 10. November um 11 Uhr. Bei der nächsten "tanz+"-Veranstaltung am 25. November dreht sich alles um "Erwartungen" - das Motto der aktuellen Spielzeit.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...