Indisches Springkraut wird zur Plage

In Bächen verdrängt ein Einwanderer die tradi- tionellen Uferpflanzen. Während Wildenfels ihm das Licht entziehen will, macht sich Hartmannsdorf das Kraut zunutze.

Wildenfels.

Die Ufer des Baches im Wildenfelser Ortsteil Schönau sind über weite Strecken vom Indischen Springkraut zugewuchert. Darauf machte ein Schönauer zur jüngsten Wildenfelser Stadtratssitzung aufmerksam. Er fragte, ob die Pflanzen beseitigt werden, weil er befürchtet, dass sie bei einem erneuten Hochwasser ein Hindernis für die Fluten sind.

Bürgermeister Tino Kögler (parteilos) hob die Hände: Der Bauhof habe derzeit keinerlei Kapazitäten, all das Springkraut zu entfernen. Und selbst wenn er die hätte, bräuchte es noch eine gehörige Portion Geld. Die Entsorgung des Krauts sei teuer. "Die Pflanzen dürfen nicht ins Kompostwerk. Die sind Sondermüll und müssen für 130 Euro pro Tonne bis nach Sachsen-Anhalt geschafft werden. Den Kampf gegen das Springkraut haben wir verloren", sagte Kögler. Er glaube nicht, dass es eine Gemeinde im Landkreis gibt, die dieser Pflanze Herr wird. Allerdings beruhigte er den Bürger und versicherte: "Das Springkraut legt sich bei Hochwasser um und wird somit nicht zum Hindernis."


Am wirksamsten sei es, die Ufer und das Gewässer mit Bäumen zubeschatten. Dort, wo das beim Schönauer Bach bisher gemacht wurde, breite sich das Springkraut nicht so stark aus. Der Bauhof werde in den nächsten Jahren versuchen, an dem Gewässer Stück für Stück Weidenstecklinge im Uferbereich zu setzen, die den Bach langfristig beschatten sollen, informierte der Bürgermeister.

Die Stadt Wildenfels ist bei Weitem nicht die einzige Kommune, an deren Bäche es rosafarben blüht, weil sie nahezu zugewuchert sind von dem Fremdling. Auch in Mülsen, Kirchberg und Hartmannsdorf beispielsweise hat sich das Kraut massiv ausgebreitet. Der Stadt Kirchberg war es allerdings gelungen, Springkrautzupfer als gering-fügig Beschäftigte einzustellen. Bis Ende August liefen die Verträge, die Helfer haben sich im Rödelbach bis in den Ortsteil Saupersdorf vorarbeiten können. Auch Hartmannsdorfer klagten im Juli über die zugewucherten Bäche. Das Dorf entschied sich aber, auf Wunsch der Naturschutzbehörde des Landkreises die Gewächse erst im Herbst zu entfernen, damit die Bienen derzeit noch Nahrung finden. ()

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...