Kein fünftes Rad am Wagen

Die Cainsdorfer Brücke, der Straßenbau und neue Wohngebiete: Der Ortschaftsrat hat sich viel vorgenommen.

Cainsdorf.

Viele Cainsdorfer fühlen sich nach der Eingemeindung in die Stadt Zwickau als fünftes Rad am Wagen. Dem allerdings will der neu gewählte Ortschaftsrat vorbeugen. Dessen Vorsitzender Gerd Drechsler (CDU) sieht darin sogar eine Chance. "Wir wissen, dass die Eigenständigkeit mehr oder weniger eingeschränkt", sagte er. Daher sei es besonders wichtig, dass die Räte Lobbyisten für die Cainsdorfer werden. "Dazu müssen wir selbstbewusst, fachlich und professionell im Stadtrat und seinen Gremien auftreten".

Dabei ist der Ortschaftsrat personell nicht so besetzt, wie Drechsler es sich gewünscht hätte. "Ein der CDU zustehendes Mandat muss leider unbesetzt bleiben", sagte er. Es habe sich niemand gefunden, der diese ehrenamtliche Tätigkeit übernehmen wollte. Daher sitzen in der neuen Wahlperiode nur fünf Räte am Tisch. Neben Drechsler sind das Sonnhild Helbig und Dominik Reichel für die CDU, Michael Rockstroh (Die Linke) und Klaus Strehle (BfZ).


Auch wenn der Ende Mai gewählte Ortschaftsrat erst am 17. September zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommt, haben sich die Räte bereits auf ein Arbeits- programm verständigt. Einen der Schwerpunkte bildet dabei die Cainsdorfer Brücke. "Der jetzige Schwebezustand muss so schnell wie möglich beseitigt werden", sagte Drechsler. Gefordert werden daher klare Termine und ein finanzierbarer Plan samt dazugehörigen Verträgen. Außerdem sollte möglichst rasch in die Straßen des Ortsteils investiert werden. Gerd Drechsler nannte vorrangig die Brauerei- und die Feldstraße. "Dabei sind auch die Geh- und Radwege mit einzubeziehen". Zudem fordern die Räte eine Beschleunigung des bereits in Bearbeitung befindlichen Bebauungsplanes Kirchstraße/Feldstraße. Dort sollen Einfamilienhäuser entstehen. "Es sollten aber auch weitere Standorte im Ortsteil erschlossen werden", sagte Drechsler.

Zudem verlangen die Ortschaftsräte, dass Cainsdorf wieder eine "Planungsgröße mit Relevanz" wird. Vor allem müsse der Ortsteil wieder ein Fördergebiet werden. "Damit könnten wir allen den Wind aus den Segeln nehmen, die den Satz 'Kein Geld aus dem städtischen Haushalt, weil Cainsdorf kein Fördergebiet ist' ständig vor sich hertragen". Für das Turnerheim müsse nach der Fertigstellung des Umbaus zum Vereins- und Ortsteilzentrum auch eine entsprechende Ausstattung zur Verfügung stehen.

Doch Drechsler ist auch Realist. "Jeder der fair und realitätsbezogen ist, wird wissen und auch sagen: Nicht alles ist lösbar", sagte er. Allerdings dürfe der Wähler erwarten, dass sich die Mitglieder des Ortschaftsrates ehrlich und authentisch für die Belange der Cainsdorfer Einwohner einsetzen.

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