Kinder erhalten Post aus ihrer Kita

Viele Steppkes sind traurig, dass sie derzeit nicht in die Kita gehen dürfen. Zum Glück gibt es gute Ideen, wie Kontakt gehalten werden kann.

Wildenfels.

So schön es auch zu Hause ist, der kleine Charlie vermisst wie viele Kinder derzeit seine Freunde. "Er hat schon am ersten Tag nach der Kita-Schließung gefragt: Mama, wann kann ich eigentlich wieder in die Kita gehen?", erzählt Mutter Janine Berthel. Als dann dieser Tage ein Brief von der Kindertagesstätte ankam, hat sich der Dreijährige riesig gefreut, war ganz aufgeregt und hat ihn gleich selbst geöffnet. Darin befand sich neben einem österlichen Gruß vom Erzieherteam ein Tütchen mit Ostergrassamen und eine kleine Blume zum Ausschneiden, aus der das Gras später herauswachsen kann. Charlie hat sofort begeistert mit Basteln angefangen. "Auch das Gras wurde schnell ausgesät", erzählt seine Mutter, die die Idee des Kita-Teams klasse findet.

Lisanne Klement, die Leiterin der Wildenfelser Fremdsprachen-Kita "Rainbow", die von der Gesellschaft zur ganzheitlichen Bildung (GGB) Glauchau betrieben wird, freut sich, dass der Brief bei Charlie und seiner Familie so gut angekommen ist. "Wir haben derzeit nur vier bis sieben Kinder in der Notbetreuung in unserer Einrichtung und wollen gern mit den anderen in Verbindung bleiben. Da hatten wir die Idee mit dem Brief. Insgesamt 92 Stück haben wir verteilt oder ausgetragen und dafür ganz viel positives Feedback erhalten", erzählt sie und berichtet, dass sich auch zweimal pro Woche per E-Mail mit den Familien, die derzeit mit ihrem Nachwuchs zu Hause sind, ausgetauscht wird. "Wir bekommen eine Menge Briefe, Collagen und Fotos sowie kleine Videos, die vom Leben in den Familien erzählen. Das ist schön."

In der Kita "Happy Kids" im Wildenfelser Ortsteil Wiesenburg sind derzeit bis zu zehn Mädchen und Jungen in der Notbetreuung. Sonst tummeln sich in der Einrichtung, die ebenfalls von der GGB betrieben wird, 79 Kinder. Auch hier wird per E-Mail und über die Kita-Webseite Kontakt mit den Familien gehalten, die ihren Nachwuchs zu Hause betreuen. "Wir haben beispielsweise Fotos gemacht, wie wir mit den Kindern in der Notbetreuung aus Baumscheiben Küken und Hasen als Osterdeko basteln. Jetzt wollen wir noch Videos aus der Kita als Gruß an die Kinder, die derzeit zu Hause sind, drehen", berichtet Leiterin Daniela Aßmann. Die Mädchen und Jungen, die zu Hause sind, wurden gebeten, Bilder zu malen. "Viele sind bereits in unserem Briefkasten an der Kita eingeworfen worden. Wir laminieren sie und schmücken den Zaun unserer Einrichtung damit.", sagt die Wiesenburger Kita-Leiterin.


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