Kirchberg entgeht Katastrophe knapp

Nur mehreren glücklichen Umständen ist es zu verdanken, dass die Waldbrände am Borberg keine verheerenden Folgen hatten. Bei der extremen Trockenheit und Hitze ist besondere Vorsicht gefragt.

Kirchberg.

Die Stämme und Äste von drei großen Fichten am Waldrand neben dem Festplatz am Borberg in Kirchberg sind verkohlt. Der Blick nach oben in den blauen Himmel sieht gespenstig aus. "Die Bäume sind tot. Und auch weitere Fichten auf etwa 150 Quadratmetern im Umfeld sind schwer geschädigt", konstatiert Holger Buchta, Revierleiter vom Staatsbetrieb Sachsenforst.

Er berichtet, dass es am vergangenen Wochenende gleich dreimal in dem Bereich gebrannt hat. Nur mehreren glücklichen Umständen sei es zu verdanken, dass hier keine Katastrophe passiert ist. "Zum einen sind die Feuer schnell bemerkt und gemeldet worden, zum anderen waren schnell Feuerwehrleute zur Stelle, die vom Festplatz aus gut an den Brandherd herankamen. Und es war windstill. Nicht auszudenken, wenn der Wind das Feuer weiter in Richtung Gartenanlage und Wohnhäuser getragen hätte", sagt der Förster. "Die Brände hätten sich in der Hitze und Trockenheit schnell zur Katastrophe entwickeln können."

So sieht es auch der Kirchberger Stadtwehrleiter Matthias Schramm. Er berichtet, dass beim zweiten und größten Brand am Samstag kurz nach 13.30 Uhr 50 Kameraden der Wehren Kirchberg, Cunersdorf, Burkersdorf und Saupersdorf angerückt waren. "Alle Löschfahrzeuge hatten auf dem Festplatz Platz, und durch den Hydranten an der Ernst-Schneller-Straße war auch für Wassernachschub gesorgt", sagt er. "Wenn das Feuer mitten im Wald ausgebrochen wäre, hätte sich die Brandbekämpfung viel schwieriger gestaltet."

Wie die Brände am Waldesrand am Borberg entstanden sind, wird derzeit durch die Polizei untersucht. Sie ermittelt in Richtung Sachbeschädigung. Für den Revierförster sieht es so aus, als ob gezündelt wurde. "Von wem auch immer. Von allein entsteht in diesem Unterholz kein Brand", sagt er und berichtet, dass bei der Trockenheit und Hitze aber auch Fahrlässigkeit schlimme Feuer auslösen könne. Er erzählt, dass ein gedankenlos am Waldrand abgestelltes Fahrzeug eine Gefahr darstelle. "Der heiße Motor kann im trockenen Gras einen Brand auslösen. Auch eine achtlos weggeworfene Zigarette oder eine Flasche, die als Brandglas wirkt. Gefährlich ist ebenfalls das Grillen an den Gewässern, beispielsweise im Steinbruch Giegengrün", zählt er mögliche Szenarien auf. "Das ist zwar ohnehin alles verboten, aber die Erfahrung zeigt, dass es trotzdem gemacht wird."

Auch das Landratsamt Zwickau weist darauf hin, dass unabhängig von der Waldbrandgefahrenstufe Rauchen, Grillen und Lagerfeuer, also der Umgang mit Feuer im Wald, verboten sind. "Zuwiderhandlungen stellen Ordnungswidrigkeiten dar und werden durch die untere Forstbehörde des Landkreises geahndet", sagt Landkreis-Sprecherin Ilona Schilk. Die Forstbehörde führe im gesamten Landkreis im Rahmen der Forstaufsicht und des Forstschutzes Begehungen durch.

Holger Buchta berichtet, dass viele Waldbestände zurzeit ohnehin stark unter der Trockenheit und Hitze zu leiden haben. Die einzige Waldklimastation im Landkreis, die im Werdauer Wald steht, hat im Juni und Juli insgesamt lediglich 97,3 Millimeter Niederschlag gemessen. Voriges Jahr waren es in diesen beiden Monaten zusammen immerhin 178 Millimeter, 2016 sogar 189,4 Millimeter.

Angesichts der Dürre ist es kein Wunder, dass einige Linden oben auf dem Borberg bereits wie im Herbst aussehen, die Blätter braun werden und zu Boden fallen. An einem Südhang zur Zwickauer Mulde am Rande der Hartensteiner Flur in Richtung Langenbach sei auf 15 bis 20 Hektar das grüne Buchenlaub inzwischen braun gefärbt. "Die Bäume sind im Trockenstress", sagt Holger Buchta. Der Förster hofft, dass die Buchen damit die Verdunstung reduzieren und alle ihre Kraft in die Wurzeln stecken. Ob sie die Trockenheit überstehen, werde aber erst im nächsten Frühjahr zu sehen sein.

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