Kunst mit der Kettensäge mitten im Schneegestöber

Mehr als 20 Kettensägenschnitzer haben am Wochenende auf dem Gelände der Kirchberger Freilichtbühne Kunstwerke aus unscheinbaren Holzklötzen geschaffen. Dem Wetter zum Trotz.

Kirchberg.

Zu beneiden waren die 22 Kettensägenschnitzer sicherlich nicht, die am Wochenende bei zeitweise widrigen Witterungsbedingungen die Späne fliegen ließen. "Auf das Wetter hat man halt keinen Einfluss. Umso mehr freue ich mich, dass fast alle im Vorfeld angekündigten Teilnehmer gekommen sind", sagte Michel Neidhardt. Bei dem 42-jährigen Kettensägenschnitzer liefen die organisatorischen Fäden des von der Stadt Kirchberg veranstalteten Events zusammen.

Wie er betonte, musste für das Schnitzen kein gesunder Baum herhalten. "Es ist alles Sturmholz aus dem vergangenen Jahr. Damals fielen im Stadtgebiet auch mehrere Eichen dem Sturm zum Opfer. Die waren der Stadtverwaltung zu schade, um als Feuerholz zu enden. Jetzt hauchen wir ihnen neues Leben ein." Obwohl im Verlauf des Samstags mitunter ordentlich Schnee fiel, fanden sich etliche Schaulustige ein, um den Schnitzern bei der Arbeit über die Schultern zu blicken.


"Normalerweise wäre ich bei diesem Wetter daheim geblieben. Aber ich hatte meinem Enkelsohn versprochen, dass wir uns das Ganze anschauen. So ein Versprechen muss man natürlich halten", sagte Andreas Hochmuth. Am Ende staunte der 64-jährige Zwickauer nicht schlecht, als er unter den Kettensägenschnitzern - entgegen seinen Vermutungen - auch Frauen ausmachte. Zum Beispiel die 22 Jahre alt Lisa Pfeuffer aus Neustadt am Main. "Ich bin da irgendwie reingerutscht. Mein Bruder und mein Freund, beide übrigens Förster, haben sich auch schon gelegentlich im Kettensägenschnitzen versucht. Beim Zuschauen habe ich mir gedacht, was die können, kann ich auch", sagte sie. Bei den Motiven für ihre Figuren legt sie sich nicht auf eine bestimmte Richtung fest, sondern lässt aus den Holzblöcken das entstehen, worauf sie gerade Lust hat.

Ihre Ansicht: Am Ende solle es Spaß machen. Weniger der Spaß als vielmehr Geschick und Schnelligkeit spielten beim Speedcarving die entscheidende Rolle. Bei diesem Wettbewerb standen die teilnehmenden Kettensägenschnitzer vor der Aufgabe, innerhalb von 45 Minuten aus einem Stamm eines ihrer hölzernen Kunstwerke herauszuarbeiten. Die wurden am Ende versteigert. 30 Prozent des Erlöses gingen an die Stadt, 70 Prozent an die Akteure. Über das höchste Gebot und damit den Sieg, durfte sich Tino Schubert aus Gelenau freuen. Seine Eulen aus Holz erzielten 270 Euro.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...