Licht in einem dunklen Saal

Einen Kinoabend mit Mehrwert veranstaltet das "Alte Gasometer" im September. Im Mittelpunkt steht dabei das Thema Depression.

Zwickau.

Reden, zuschauen, reden - und dabei ein Licht am Ende des Tunnels sehen: So sollen die Gäste den Kinoabend am 11. September im "Alten Gasometer" erleben. An diesem Termin findet die siebte Veranstaltung der Reihe "Kultur und Medizin im Dialog" statt. Partner ist das Heinrich-Braun-Klinikum.

Es ist ein sensibles Thema, dessen sind sich die Veranstalter bewusst. Es ist aber gleichzeitig auch ein Thema, über das immer noch viel zu oft geschwiegen wird. Betroffene und Angehörige erwartet Susanne Schlereth vom "Alten Gasometer" als Besucher. Die sollen zunächst die Möglichkeit erhalten, sich untereinander, aber auch mit Vertretern von Selbsthilfegruppen auszutauschen. Ab 19 Uhr wird Chefarzt Horst J. Koch von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in einem Vortrag das Krankheitsbild genauer vorstellen, ehe 19.30 Uhr der Filmabend beginnt.

Zu sehen ist die Dokumentation "F32.2". Dieses medizinische Kürzel bezeichnet eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome - und dahinter verbirgt sich eine Krankheit, die viele Facetten hat. Die Dokumentation begleitet eine Frau mit dieser Diagnose durch einen schweren Teil ihres Lebens.

"Dieser Abend läuft bei uns dienstags und damit unter der Rubrik Kino. Aber er ist viel mehr als das", sagt Susanne Schlereth. Vor allem soll er Betroffenen zeigen, dass sie nicht allein sind - und dass es Auswege geben kann. So werden nach dem Film nicht nur Chefarzt Koch und die pflegerische Klinik- leiterin Annett Flessa zu einer Gesprächsrunde bereitstehen. Auch die Regisseurin des Films, Annelie Boros, ist eingeladen. Sie bringt Vera Brückner mit - die Frau, deren Geschichte Boros in einem Film voller Wärme, Nähe und Hoffnung festgehalten hat. Doch Boros hat auch die dunklen Momente nicht ausgespart. Fragen dazu beantwortet am Ende auch Carmen Könitzer, die Vorsitzende des Landesverbandes psychisch Kranker in Sachsen.

Niemand im Publikum muss seinen Namen nennen, niemand muss sein Inneres nach außen kehren, verspricht Susanne Schlereth für die beiden Gesprächsrunden an diesem Abend. Es werde sicher Dinge geben, die man nicht öffentlich bespricht. "Außerdem schaffen wir die Möglichkeit, am Einlass Fragen in eine Box zu werfen, die dann am Ende während der Gesprächsrunde anonym gestellt werden." Fabian Holst von der Abteilung Kommunikation im HBK sagt, man wolle versuchen, die Emotionalität des Films mit dem zu verbinden, was Erkrankte und deren Angehörige brauchen: Informationen.

Der Filmabend im "Alten Gasometer" in Zwickau am 11. September beginnt 18 Uhr mit der Möglichkeit zum Gespräch. Der Film "F32.2" ist ab 19.30 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet wie gewohnt 4 Euro. Anders als sonst gibt es die Karten für diesen Abend bereits jetzt im Vorverkauf.

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