Menschen werden ins rechte Licht gerückt

Ein Berliner Fotograf kommt immer wieder nach Zwickau, um Projekte zu realisieren. Jetzt war er wieder für ein Fotoshooting in der Stadt. Eine Ausstellung folgt.

Zwickau.

Der Berliner Fotograf Jean Molitor ist in Zwickau kein Unbekannter. Seine Ausstellung "Zwickau und die Moderne in der Welt" mit 20 großformatigen Schwarz-Weiß-Bildern im Zwickauer Rathaus stieß 2017 auf enorme Resonanz. Erstmals nach Zwickau kam er 2016, um die Pestalozzischule für sein Projekt "Bau1Haus" zu fotografieren.

Auf die Tatsache, dass sich in Zwickau die einzige Bauhaus-Schule Sachsens befindet, wies ihn die Zwickauerin Monika Lorenz bei seiner Ausstellung im Haus Schulenburg in Gera hin. Sie machte ihn auch auf die Bauhaus-Bauten an der Erlmühlenstraße aufmerksam und mit der Zwickauer Imageberaterin Brünhild Mielke bekannt, mit der er 2018 ein gemeinsames Fotoprojekt gestartet hat, bei dem nicht die besonderen Bauten, sondern Menschen im besonderen Licht stehen. Inzwischen ließen sich bei vier Fotoshootings rund 50 Männer und Frauen auf das Experiment ein - zuletzt am vergangenen Freitag und Samstag. Entstanden sind wieder ganz fantastische Porträts, die auch die Protagonisten über ihr eigenes Bild staunen lassen. Unter den Porträtierten war diesmal die junge Modedesignerin Kristin Jacob aus Berlin.


"Ich habe sie im letzten Herbst zur ,Designers Open' in Leipzig angesprochen. Und so hatten wir im Mai zusammen mit der Thierfelder Manufaktur im Studio ein Kleiderevent veranstaltet. Seitdem arbeiten wir zusammen, und ich habe Mode von ihrem jungen Modelabel ,Blütezeit Berlin' im Studio", sagte die Imageberaterin.

Eine nicht ganz so weite Fotoshooting-Anreise wie die Berliner Modedesignerin hatten die Inhaberin des Labels Edelziege Plauen, Saruul Fischer, und der Werdauer Hans Hinze. "Mein Lieblingsbild von ihm erinnert mich an Hollywood-Szenen, in denen Männer mit Zigarren in Casinos zu sehen sind. Auf seinem Lieblingsbild guckt er übrigens viel fröhlicher als auf meinem", sagte Molitor schmunzelnd. Der Fotograf nutzte die Anreise aus Berlin nach Zwickau, um fast die Hälfte (49 von 100) seiner 60 mal 90Zentimeter großen Bauhaus-Bilder in der Galerie am Domhof abzuliefern. Die restlichen 51 werden diese Woche in Berlin gedruckt. "Ich bringe sie am 4. Juli zum Pressetermin mit. Am 7. Juli, 11 Uhr, ist die Vernissage", so der Fotograf, der auch das gemeinsame Zwickauer Foto-Projekt mit Brünhild Mielke, fortsetzen wird.


Ausstellung erinnert an 100 Jahre Bauhaus

Die Galerie am Domhof inZwickau zeigt anlässlich des Jubiläums "100Jahre Bauhaus" die Fotoausstellung "Bau1Haus. Zwickau und die Moderne in der Welt" mit 100 Werken des international bekannten Fotografen Jean Molitor.

In künstlerisch-ästhetischen großformatigen Schwarz-Weiß-Fotografien werden Bauten der Moderne aus verschiedenen Ländern und Erdteilen präsentiert. Die 100 Bilder werden vom 7. Juli bis 6. Oktober in den vier Ausstellungsräumen der Galerie zu sehen sein. Ein Raum widmet sich den Motiven aus Zwickau. Ein weiterer Raum zeigt Bauwerke aus Sachsen und Deutschland, der dritte die Bauhaus-Architektur aus Europa, und im größten Ausstellungsraum werden Fotografien von Bauwerken aus der Welt zu sehen sein.

Jean Molitors in zehn Jahren entstandene Werke setzen die Architektur der Moderne mit ihrem wegweisenden Design in einen weltweiten Kontext und machen gegenseitige Wechselwirkungen sichtbar. Sie sind die einzige Auseinandersetzung mit dem Thema Bauhaus in dieser Art. (lth)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...