Musik trifft auf Technik

Das zum Robert-Schumann-Konservatorium gehörenden Zupforchester besteht seit 60 Jahren. Zum Jubiläumskonzert wurde ins Straßenbahn- depot eingeladen.

Zwickau.

Während die Sparten des Zwickauer Theaters derzeit notgedrungen auf alternative Spielstätten ausweichen müssen, hat sich das Zupforchester des Robert-Schumann-Konservatoriums für sein Jubiläumskonzert ganz bewusst einen außergewöhnlichen "Konzertsaal" ausgesucht. Aus Anlass des 60-jährigen Bestehens des Ensembles wurde am Freitagnachmittag im Straßenbahndepot der Städtische Verkehrsbetriebe an der Schlachthofstraße gespielt. Orchesterleiterin Annette Schneider erklärte, wie es dazu kam. "Heutzutage spielen viele Orchester und Bands an ungewöhnlichen Orten. Einfach auch, weil diese besondere Atmosphäre für Künstler und Publikum völlig neue Erfahrungen beinhaltet. Warum also für unser Jubiläumskonzert nicht auch so einen speziellen Ort auswählen? Bei der Diskussion, welche Lokalität dafür in Betracht kommen könnte, meldete sich mein Sohn zu Wort und meinte spontan: Straßenbahn."

Eine Tram ging wegen des begrenzten Platzangebotes natürlich nicht. Dafür aber stellten die Städtischen Verkehrsbetriebe für das Konzert bereitwillig eine Straßenbahnhalle zur Verfügung. Statt der üblichen Arbeitsgeräusche erklangen dort nun unter anderem Melodien von Ferdinando Carulli, Wolfgang Amadeus Mozart und Erhard Fietz. Als Solisten traten Katja Wolf (Gitarre), Paulin Suda (Mandoline) und Liddy Bachmann (Gesang) auf. Optisch reizvoll: Janne Julius Schneider leuchtete die von Annette Schneider stammende Komposition "Lightshow" mit Lichteffekten aus.

Die Idee, ein Zupforchester zu gründen, ging auf Erhard Fietz (1934-2007) zurück. 40 Jahre lang stand er als Leiter an der Spitze des Ensembles und prägte dessen musikalische Entwicklung. 1998 übergab er den Staffelstab an Annette Schneider. Als ehemalige Spielerin der Ersten Mandoline war sie mit dem Orchester und seinen musikalischen Besonderheiten bestens vertraut.

Wie groß das künstlerische Potenzial des Zupforchesters des Robert-Schumann-Orchesters ist, zeigt sich schon daran, dass mehrere Mitglieder Preisträger des Wettbewerbs "Jugend musiziert" auf Landes- und Bundesebene sind. Trat das Ensemble früher zu den Arbeiterfestspielen auf, nimmt es nun an Eurofestivals und Orchesterwettbewerben teil. Höhepunkte im 60-jährigen Orchesterleben waren unter anderem Konzertreisen nach Ungarn, in die damalige ÈSSR und die Slowakei. Außerdem erfolgten mehrfach Delegierungen zum Deutschen Orchesterwettbewerb.

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