Pharmaunternehmen peilt Rekord an

Die Zwickauer Firma Aesica will im 25. Jahr ihres Bestehens mehr als 800 Tonnen Medikamente herstellen. Das schraubt den Umsatz in die Höhe.

Zwickau.

In diesem Jahr peilt das Zwickauer Pharmaunternehmen Aesica einen neuen Rekord an. "Unser Ziel liegt bei 92 Millionen Euro Umsatz", erklärt Tina Stölzel, Leiterin des Betriebs an der Galileistraße. Und nicht nur diese Zahl steht für eine 25-jährige Erfolgsgeschichte des Unternehmens. 200 Mitarbeiter finden hier seit Jahren Arbeit. Birgit Müller, Betriebsratsvorsitzende in Zwickau, freut sich, dass es im Vorjahr gelungen war, einen Haustarifvertrag über zwei Jahre abzuschließen.

Die Firma Aesica, die heute zur britischen Consort-Medical-Gruppe gehört, hat sich auf die Produktion von festen Medikamentenformen spezialisiert: Tabletten, Granulate, Kapseln. Rund 200 verschiedene Produkte mit etwa 40 Wirkstoffen werden derzeit hergestellt, an zwölf neuen Produktgruppen wird aktuell gearbeitet. Für 30 Auftraggeber, darunter Pharmariesen wie Bayer und Pfizer, produzieren die Zwickauer.

Nach wie vor Flaggschiff des Unternehmens: die Ferro-Produkte, Medikamente wie Ferro Sanol, die gegen Eisenmangel helfen. In diesem Jahr werden davon fast 500 Tonnen das Unternehmen verlassen. "Wir haben die Produktion in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt", sagt Stölzel. Ein Kassenschlager sei auch Toviaz, ein Mittel gegen Harninkontinenz, mit dem das Unternehmen etwa 4 Millionen Euro Umsatz mache. Die Palette an Medikamenten, die von Zwickau aus in die Welt gehen, ist groß: Fast schon traditionell sind es Mittel gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zudem gegen Epilepsie sowie HIV-Therapeutika. Auch das Schmerzmittel Ibuprofen wird bei Aesica hergestellt. Mehr als 800 Tonnen Medikamente dürften in diesem Jahr Zwickau verlassen, schätzt Stölzel.

25 Jahre Aesica - das sind auch 25Jahre An- und Umbau. Stölzel zufolge gab es viele bauliche Erweiterungen. Jährlich steckt das Unternehmen zudem deutschlandweit rund 5 Millionen Euro in neue Anlagen und Ersatzinvestitionen.

Wirkstoffe, die Aesica einkauft, werden an der Galileistraße zu Granulat verarbeitet, gepresst, bei Bedarf in Kapseln gefüllt oder mit einem Film versehen. Dieser Film schütze vor Feuchtigkeit und Licht, bestimme aber auch, wann das Medikament freigesetzt wird. Magen oder Darm? Nach einer halben oder einer Stunde? Die Aesica-Experten können all das regulieren. In eigenen Laboren prüfen die Mitarbeiter stichprobenartig eingehende Rohstoffe, aber auch jede vor dem Abtransport stehende Charge. Da geht es Stölzel zufolge um das Aussehen, den Wirkstoffgehalt, die Reinheit, aber eben auch um die Freisetzung des Medikamentes. Laut Laborantin Kirsten Eismann kann die Wirkung einer Pille bis zu 16 Stunden nach Einnahme hinausgezögert werden. Im Labor werden die Verhältnisse im Körper simuliert - in einer Art Magensäure, bei Temperaturen um die 37 Grad und Rührstäben.

Raumfüllende Maschinen sorgen dafür, dass die nötigen Bestandteile für eine Tablette oder Kapsel in exakter Menge und ohne weitere Schadstoffe verarbeitet werden. Ganzkörperanzüge, Mundschutz und Hauben gehören daher zur Arbeitskleidung in vielen Abteilungen des Unternehmens. Die Konfektionierung war in den Anfangszeiten der Pharmafirma auch in Zwickau. Heute wird alles am firmeneigenen Standort in Monheim verpackt, erklärt Stölzel.


Tablettenproduktion unter wechselnden Eigentümern

Die Geschichte von Aesica ist auch eine Namensgeschichte. Am 3. Januar 1994 nahm Isis Pharma die Produk- tion in einem 50-Millionen-D-Mark-Neubau am Standort Galileistraße in Zwickau auf.

1999 gab es unter Isis Puren einen Strukturwandel. Wenig später firmierte der Betrieb als Schwarz Pharma Werk Zwickau, der Mutterkonzern investierte kräftig in Erweiterungen. Unter einem neuen Eigentümer, der belgischen UCB-Gruppe, gab es 2008 eine neuerliche Erweiterung des Betriebsgeländes.

2011 übernahm der Aesica-Pharma-Konzern den Zwickauer Standort. Heute gehören die Aesica-Werke zur britischen Consort-Medical-Gruppe. (upa)

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