Picknick am Wegesrand

Grüner wird's nicht: Die Blätter der Bäume verfärben sich nach und nach. Doch die Vielfalt an Früchten bleibt in der Natur erhalten.

Zwickau.

Als Kind lernt man, nicht alles in den Mund zu stecken. Schon gar nichts, das man erst aufgesammelt hat. Kinder lernen, dass Dinge gefährlich sein können. Und dann werden Menschen erwachsen.

Viele Erwachsene stecken sich Dinge in den Mund, die nicht gut für sie sind. Doch wer sich dieser Tage von appetitlich aussehenden Beeren dazu verleiten lässt, die Früchte der Natur zu kosten, der muss damit rechnen, es zu bereuen. Solch ein Picknick am Wegesrand kann ungeahnte Folgen haben. Wer das Buch gleichen Titels kennt, der hat gelernt, dass es immer gut ist, über Dinge Bescheid zu wissen. Und dass Menschen oft genug darauf pfeifen.


Aber schauen wir uns mal an, was die Natur derzeit bietet: Ganz augenfällig ist da der Feuerdorn, den es in vielen Sorten gibt - mit gelben, orangen und roten Beeren. Diese werden oft mit dem Sanddorn verwechselt. Man kann sie auch auf ähnliche Art zu Marmelade verkochen, doch ist Vorsicht geboten: Die Kerne im Fruchtfleisch sind leicht giftig, sie müssen unbedingt entfernt werden. Ein besseres Picknick bietet der Feuerdorn für Vögel, die gern in den immergrünen, dornigen Sträuchern nisten. Bis in den Winter hinein finden sie Futter und das ganze Jahr über einen recht sicheren Schutz vor Raubtieren wie Katzen und Mardern.

Als roh ungenießbar gelten auch die schwarzen Früchte des Roten Hartriegels (Cornus sanguinea). Zwar sind die Früchte voller Vitamin C, und die Blätter enthalten reichlich Salicylsäure, wie man sie aus Schmerzmitteln kennt - dennoch lassen Menschen eher die Finger von den Gewächsen. Anders die Bienen: Die freuen sich über die Blüten. Vögel und Wildtiere fressen die Früchte.

Eine regelrechte Enttäuschung sind - vor allem geschmacklich - die roten Beeren am Waldesrand, die sowunderbar aussehen wie Walderdbeeren. Und dabei so fad schmecken wie Gewächshaus- erdbeeren an Weihnachten. Sie sind keine Erdbeeren, sondern Früchte eines Fingerkrautes, das zunächst als Zierkraut gepflanzt wurde.

In jedem Fall nicht giftig, sondern gesund und schmackhaft sind Brombeeren. Allerdings taugen auch die pechschwarzen Früchte nicht zu einem unbedachten Picknick gleich am Wegesrand. Wie für alle Früchte des Waldes gilt: Erst waschen, dann in den Mund stecken. Denn es besteht sonst die - wenn auch sehr geringe - Gefahr, dass die Eier des Fuchsbandwurmes mit verschluckt werden. Die gelangen nicht nur dann auf Früchte und Kräuter, wenn diese mit den Ausscheidungen der Tiere direkt in Berührung kommen. Auch der Wind verbreitet die leichten Eier über eine gewisse Strecke. Wer das beachtet, kann die sauberen Früchte in allen möglichen Varianten genießen. Die Blätter taugen für Teemischungen. Werden sie fermentiert, erinnert ihr Duft an Rosen.

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