Proben für den Gardetanz: Anstrengung, die Spaß macht

DA IST MUSIK DRIN Westsachsen wie es singt und klingt. Heute: Claudia Tirschmann, Tanzlehrerin beim Hohenstein-Ernstthaler Karnevalsclub Ro-We-He.

Hohenstein-Ernstthal.

Ohne Musik und Tanz geht es bei den Nar- ren des Karnevalsclubs Rot-Weiß Hohenstein-Ernstthal (Ro-We-He) nicht. Viel Erfahrung in Sachen Tanz bringt Claudia Tirschmann mit, die selbst nicht nur das Tanzbein schwingt, sondern auch eine von denjenigen im Verein ist, die sich um den Nachwuchs kümmern. "Wir haben drei verschiedene Kindertanzgruppen", sagt die 45-jährige Oberlungwitzerin. Sie ist für die "Großen" im Alter von etwa elf bis 15 Jahren verantwortlich, die gezielt auf die besonderen Anforderungen des Gardetanzes vorbereitet werden. "Der richtige Gardetanz ist anstrengender als Showtanz. Da ist viel Exaktheit gefragt", sagt die Trainerin, die selbst auch Unterstützung von jungen Tänzerinnen bekommt. Denn Lena Sue Weinhold (16) tanzt nicht nur selbst, sondern kümmert sich ebenfalls um die jungen Talente.

In den letzten Jahren gab es reichlich Zulauf für den Nachwuchs des Karnevalsclubs, der derzeit 40 Kinder in den drei Tanzgruppen ausbildet. In der jüngsten Gruppe für Vier- bis Sechsjährige sind dabei auch spielerische Elemente wichtig. Dabei geht es aber nicht nur um den Spaß, denn unter anderem wird damit das Rhythmusgefühl gefördert. "Je älter die Tänzerinnen sind, desto gezielter werden sie auf die Garde vorbereitet", erklärt Claudia Tirsch-mann, die sich selbst unter anderem bei Tanzworkshops und bei Veranstaltungen des Verbands "Sächsischer Carneval" weiterbildet. Dort wird viel Wert auf Nachwuchsarbeit und Förderung gelegt.

Derzeit bereiten die Hohenstein-Ernstthaler Narren ihre Faschingsveranstaltungen für Anfang März kommenden Jahres vor, die unter dem Motto "Von Barock bis Rock" stehen, was mit besonders viel Musik und Tanz verbunden sein soll. "Es finden sich immer Ideen. Passende Lieder gibt es ja wirklich viele", sagt Tirschmann. Die passenden Choreografien für die Tänze entwickeln sie und die anderen Trainerinnen selbst. "Viele Schrittfolgen kann man ja immer wieder verwenden", ergänzt Lena Sue Weinhold. Wird ein Tanz dann mit der Gruppe einstudiert, kann es aber auch passieren, dass Ideen wieder verworfen werden müssen, weil sie einfach nicht funktionieren.

Wichtig für die Tanzgruppen ist es auch, dass sie nicht nur in der Faschingszeit auftreten. "Deshalb haben wir auch verschiedene Showtänze im Repertoire", sagt Claudia Tirschmann. Der Nachwuchs tritt in Hohenstein-Ernstthal beispielsweise beim Bergfest und während des Kinderfestes zum Kindertag auf. Claudia Tirschmann selbst war lange Zeit selbst bei Gardetänzen oder Showtanzauftritten mit der Gruppe "Mona Lisa" dabei. Nach einer Pause macht sie nun wieder in der Frauentanzgruppe "Die verrückten Weiber" mit, denn so ganz ohne Tanz und Spaß geht es dann doch nicht. "Ich brauche eben Ausgleich", sagt Claudia Tirschmann, die beruflich im Informatikbereich tätig ist und dabei fast ausschließlich vorm Computer sitzt. Eine Aufgabe, vor der sie sich als Tanztrainerin eher scheut, gibt es ebenfalls: Ein Männerballett würde sie nicht übernehmen, auch wenn es anderenorts schon viele dieser besonderen Tanzformationen gibt, bei denen Frauen das Sagen haben. "Ich finde ja, das sollen die Männer mal lieber allein machen."


Sechs Fragen an Karnevals-Tanzlehrerin Claudia Tirschmann

Was ist ihr Lieblingslied? Das ist gar nicht so einfach zu sagen. "Thunder" von den Imagine Dragons gefällt mir auf jeden Fall gut. Die Musikrichtung mag ich.

Können Sie Noten lesen?

Ja, das geht schon einigermaßen. Für die Arbeit in den Tanzgruppen ist das aber gar nicht so wichtig. Da kommt es mehr auf andere Dinge an.

Welche Musik können Sie überhaupt nicht ab?

Wenn die Oper zu klassisch wird und Arien erklingen, ist das nichts für mich. Ansonsten kann ich eigentlich alles soweit ertragen. Wir tanzen ja auch zu sehr unterschiedlicher Musik.

Welchen Musiker würden Sie gern wiederbeleben?

Da gibt es einige, zum Beispiel Udo Jürgens. Aber auch Curt Cobain, Freddie Mercury und Michael Jackson, also vor allem auch die, die relativ jung gegangen sind. Die hätten sicher noch tolle Sachen gemacht.

Singen Sie in der Dusche oder Badewanne ?

Nein, das mache ich eher nicht. Das will ich einfach niemandem zumuten.

Wie lange hält sich bei Ihnen ein Ohrwurm?

Die Lieder, zu denen getanzt wird, hat man wirklich lange im Ohr. Im Training beschäftigen wir uns ja wirklich intensiv damit. Die Lieder nimmt man dann auch viel bewusster war, wenn die mal im Radio kommen.

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