Reinsdorfer peppen Feuerwehrauto auf

Bald soll das ausgemusterte Fahrzeug im rumänischen Pruden auf Achse sein. Das Hilfsprojekt eines Gemeinderates stößt auf große Resonanz.

Reinsdorf.

Mitte Oktober ist es so weit: Dann bringen Reinsdorfer Kameraden das ausgemusterte Löschfahrzeug 16-TS vom Typ W 50 in das rumänische Dorf Pruden, das zur Gemeinde Hoghilag gehört. Ein Projekt, das auf den Gemeinderat Steffen Nötzold (parteilos) zurückgeht, der mit vielen Helfern und Sponsoren seit etlichen Jahren im 1400 Kilometer entfernten Pruden ein ehemaliges Pfarrhaus in ein Freizeitzentrum mit mehr als 60 Betten umgebaut hat. Nötzold kennt deshalb die Situation vor Ort sehr gut. Denn funktionierende Wehren in ländlichen Gebieten Rumäniens sind eher eine Seltenheit. "Ich freue mich über die Unterstützung der Gemeinde Reinsdorf", sagte Nötzold, der damit vor allem deren Feuerwehrleute abzielt, die derzeit das Fahrzeug auf Vordermann bringen.

Wie in dem Zusammenhang Gemeindewehrleiter Tom Geßner sagte, sind bereits Instandsetzungs- und Abdichtarbeiten an der fest im Fahrzeug verbauten Heckpumpe erfolgt. Auch seien die am Fahrzeug verbauten Wassertanks repariert worden. "Außerdem haben wir die Elektrik und die Sondersignalanlage repariert", fügte Geßner an, der darüber hinaus mit Ortswehrchef Christian Grüner noch eine komplette feuerwehrtechnische Ausstattung für die rumänischen Kameraden zusammenstellt. Alles in allem seien bereits mehr als 50 Arbeitsstunden geleistet worden. Laut Rathauschef Steffen Ludwig (parteilos) ist vorgesehen, dass die rumänischen Retter für die Schulung am W 50 nach Reinsdorf kommen. Erst danach soll das LF-16 seinen Transport nach Rumänien antreten. "Aber nicht auf eigenen Rädern", stellte Geßner klar. Denn Gemeinderat Jörg Illig (Freie Wähler), der im Ort ein Transportunternehmer betreibt, hat bereits signalisiert, das Fahrzeug auf einem Tieflader gen Süden zu transpor- tieren - in Begleitung von bis zu sechs Kameraden der Reinsdorfer Wehren.

Nötzold, der seit vielen Jahren schon den mehr als 200 Bewohnern in dem kleinen rumänischen Dorf mit Kleidung, Lebensmitteln, Medizin und Spielzeug hilft, freut sich nun, dass sich auch in puncto Feuerwehrwesen einiges bewegen lässt. "Das Dorf selbst hat kein Geld dafür", so Nötzold, der für die CDU im Gemeinderat sitzt und seit 42 Jahren an der Spitze des Rüst- und Freizeitheims "Lutherhöhe" in Vielau steht. Die Unterschiede zwischen Stadt und Land sind in dem EU-Land seiner Ansicht nach weiter gravierend. Er muss es wissen: Denn der Herbergsvater fährt dreimal jährlich mit Frau Ute und dem Ehepaar Caroline und Hartmut Friedrich sowie Helfern zum Arbeitseinsatz nach Pruden. Dann werkeln alle am einstigen Pfarrhaus. "Ich sage immer, die ,Lutherhöhe' gibt's zweimal."

Dass dadurch der Bürgermeister der Gemeinde Hoghilag Kontakt zu Ludwig und seinem Team im Rathaus aufgenommen hat, verwundert kaum. "Es ist klasse, dass unser privates Hilfsprojekt die kommunale Zusammenarbeit anschiebt", sagte Nötzold.

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