Rundbau für Schule nimmt Konturen an

Die Schüler, Lehrer und Mitarbeiter der Anne-Frank-Schule können den Einzug in den Neubau kaum erwarten. Wegen der Pandemie wird es aber etwas später als geplant.

Zwickau.

Der Neubau der Anne-Frank-Schule Zwickau hat bereits deutliche Konturen angenommen. Seit dem ersten Spatenstich Mitte August 2019 verfolgen die künftigen Nutzer mit Rieseninteresse die Arbeiten auf dem Gelände nebenan. "Kinder und Lehrer haben mit großer Freude besonders den Baubeginn mit seinen gigantischen Fahrzeugen bestaunt", erinnert sich Schulleiterin Ines Seitz. "Oft schauten wir aus den Fenstern auf die fleißigen Bauarbeiter, die auch in größter Hitze in reiner Handarbeit die Bewehrung verknoteten oder in eisiger Kälte die Fenster einbauten", sagt Seitz.

Ursprünglich sollte der Neubau im Sommer 2021 das jetzige Schulgebäude der ehemaligen Goetheschule in Neuplanitz ersetzen. Der Ablauf wurde jedoch überarbeitet und an die gegenwärtigen Erfordernisse der Covid-19-Pandemie angepasst. Nach Umverlegung der Trinkwasserleitung und der Bohrpfahlgründung, für die man insgesamt 131 Bohrpfähle abgeteuft hat, wurde der Rohbau mit etwa 2000 Kubikmetern Beton und circa 300 Tonnen Stahlbewehrung fertiggestellt. Seit Anfang Februar ist die Bauheizung in Betrieb. Der Einbau der Fenster erfolgt in Abhängigkeit der Wetterverhältnisse. Begonnen wurde mit den Estrich- und den Trockenbauarbeiten. Sobald die Witterung es gestattet, starten die Vollwärmeschutzarbeiten an der Fassade, und die Dacharbeiten werden fortgesetzt. Wie Stadtsprecherin Heike Reinke informiert, sollen die Fassadenarbeiten voraussichtlich im August zum Abschluss kommen. Die weitere Planung sieht die Fertigstellung der Freiflächengestaltung bis November und des Innenausbau bis spätestens Dezember vor. Die Ausstattung soll bis Februar 2022 über die Bühne gehen, dann ist auch die Übergabe an den Nutzer vorgesehen.

Gegenwärtig lernen an der Anne-Frank-Schule mehr als 100 Mädchen und Jungen, die ihre Probleme in den Bereichen Sprache, Motorik, Wahrnehmung und Konzentration überwinden wollen, in elf Klassen. Der Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft zum derzeitigen Standort wird Platz für zwölf Klassen und somit fast 170 Kinder bieten. Auf der Internetseite der Schule gibt es eine Rubrik Baustellenreport. Dort erhalten Betrachter in einem nach Monaten sortierten Fotoalbum Einblicke in den Baufortschritt. "Wir dokumentieren alles ganz genau für unsere Schulchronik", betont Schulleiterin Ines Seitz. Sie ist stolz darauf, dass bei der Planung auch die Ideen der Pädagogen gefragt waren. "Die Anregungen der Schulleitung, zum Beispiel bezüglich des Förderschwerpunktes Sprache oder der Gestaltung der Nutzungsflächen, wurden stets angehört und weitestgehend umgesetzt. Die Vorfreude ist sehr groß, und alle sind ganz gespannt, wie sich in einem runden Haus der Schulalltag leben lässt."

Aktuell nutzt die Anne-Frank-Schule das Gebäude der ehemaligen Goetheschule. Dieses wurde um 1910 errichtet und war ursprünglich nicht als Grund- oder Förderschule konzipiert. Das Gebäude an der Neuplanitzer Straße weist einen hohen Instandsetzungsstau auf; eine Gesamtsanierung wäre deshalb sehr kostenaufwendig gewesen. Zudem reichte das Haus für die steigenden Schülerzahlen nicht mehr aus, sodass ein Ersatzneubau beschlossen wurde. Die Gesamtkosten für die Baumaßnahme sind mit rund 6,9Millionen Euro veranschlagt, davon erhält die Stadt Zwickau mehr als 2,7 Millionen Euro aus dem Förderprogramm zur Verbesserung der schulischen Infrastruktur im Freistaat Sachsen (Budget "Sachsen").


Seit 2016 Förderzentrum

Die Anne-Frank-Schule Zwickau ist eines von sieben Förderzentren mit dem Förderschwerpunkt Sprache (ehemals Sprachheilschule) in Sachsen. Weitere gibt es in Annaberg-Buchholz, Coswig, Dresden, Flöha, Görlitz und Leipzig.

Die Zwickauer Einrichtung wurde 1963 gegründet und begann am 1.September ihre Arbeit mit zunächst drei Klassen. Nach den Anfängen im Schloss Osterstein hatten fünf Klassen in einer alten Villa Platz gefunden. 1984 erfolgte der Umzug nach Neuplanitz in einen ehemaligen Kindergarten. Dort wurde es bald zu eng. Seit August 2006 fand der Unterricht im altehrwürdigen Bau der ehemaligen Goetheschule statt.

Im Jahr 2016 wurde der Sprachheilschule nach Anerkennung der eingereichten Konzeption durch das sächsische Kultusministeriums der Name Förderzentrum verliehen. Seit dem Schuljahr 2019/20 trägt die Schule diesen Namen auch offiziell im Briefkopf und dem Schulstempel. Der Name Sprachheilschule wurde damit ersetzt. Nur in der E-Mail-Adresse bleibt er noch bis zum Umzug erhalten. (tc)

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