Schlossstadt bekommt einen neuen Pfarrer

Seit mehr als einem Jahr war die Stelle vakant. Jetzt ist mit Martin Gräßer ein neuer Seelenhirte ins Pfarrhaus eingezogen. Der gebürtige Westberliner kennt die Region schon aus seiner Kindheit.

Hartenstein.

Dass sein Enkel einmal als Pfarrer in Hartenstein arbeiten würde, das nur wenige Kilometer von seiner Wirkungsstätte in Vielau liegt, hätte Pfarrer Erich Gräßer nicht gedacht, als die Familie seines Sohnes in den 1950er-Jahren nach Westberlin ausreiste. Martin Gräser ist 1958 in Berlin-Spandau geborenen worden. "Die Gegend ist mir trotzdem nicht fremd", sagt der Theologe. "Ich bin als Kind in den Schulferien oft hier bei den Großeltern gewesen. Der Kontakt ins Zwickauer Land ist nie abgerissen."

Martin Gräser hat wie sein Opa Theologie studiert - und zwar unter anderem in Tübingen und Heidelberg. Anfang 1992 kam er mit seiner Familie zurück in die Region seiner Vorfahren, wirkte zuerst als Pfarrer in Lichtentanne und anschließend bis Ende Oktober in Jahnsdorf bei Chemnitz. Als er nun, wie das bei Seelenhirten Usus ist, noch einmal die Gemeinde wechseln sollte, wollte Gräser in der Nähe bleiben. "Ich habe mir mit meiner Frau, die aus dem Badischen stammt, Hartenstein angeguckt. Und das hat auf Anhieb gepasst. Ich habe hier sehr liebe Menschen kennengelernt", sagt der 58-Jährige, der die Nachfolge von Ulrich Wagner antritt, der sich bereits im Sommer 2015 in den Ruhestand verabschiedet hat.

Gräßer berichtet, dass er sowohl die Hartensteiner als auch die Thierfelder Kirchgemeinde betreuen wird. Er sei bereits in beiden gewesen und habe festgestellt, dass es sich um aktive und selbstständige Gemeinden handelt. Er wolle jetzt erst einmal das Leben in diesen gut kennenlernen. "Denn die Erfahrungen, die ich gemacht habe, will ich ihnen nicht einfach überstülpen. Aber ich möchte ihnen dienen mit den Gaben, die mir Gott gegeben hat", sagt der Theologe.

Nach seiner Abschiedspredigt in Jahnsdorf schreibt der Pfarrer zurzeit an seiner Predigt für den Festgottesdienst zu seiner Amtseinführung am Sonntag. "Ich freue mich auf den neuen Lebensabschnitt, auf die Begegnung mit den Menschen hier. Die Stadt habe ich mir schon mal mit meiner Frau bei einem Spaziergang angesehen. Sie ist wirklich schön", sagt er.

Die Amtseinführung von Pfarrer Martin Gräßer findet am Sonntag um 14 Uhr in der evangelisch-lutherischen Kirche Hartenstein statt.

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