So ein Theater

Das Märchen vom "Rotkäppchen" feiert Premiere. Tanzstück von Annett Göhre kommt gut an. Kollegen-Treffen in der Justizvollzugsanstalt.

Frank Alexander Engel (54), in Berlin lebender freischaffender Regisseur, Ausstatter und Puppenspieler, hat für das Zwickauer Puppentheater eine bezaubernde Inszenierung eines der bekanntesten Märchens der Welt - "Rotkäppchen" - entwickelt. Die Aufführung feierte am Sonntag Premiere und wird bis 16. Januar 2020 insgesamt 35-mal als Weihnachtsmärchen über die Puppentheaterbühne gehen. "Mir war es sehr wichtig, das Märchen nicht zu sehr mit Musik und Farben zu überfrachten, sondern mit reduzierten Mitteln das besondere Theater-Live-Erlebnis zu erzeugen. Es war meine erste Arbeit in Zwickau, und ich empfand sie als sehr angenehm, auch wegen der beiden Puppenspieler", sagte er.

Gespielt wird das Märchen von dem Ehepaar Franziska und Konrad Bruno Till, das dem Ensemble des Zwickauer Puppentheaters angehört. Dabei durfte der polnische Puppenspieler das Märchen von der kleinen süßen Dirne - wobei Dirne im Altdeutschen für Mädchen steht - streckenweise in seiner Muttersprache erzählen und spielen. Sehr zur Belustigung der kleinen Zuschauer, die, so wie der 22 Monate alte Sohn Puppenspieler-Ehepaars, keine Angst vorm bösen Wolf hatten und sich auch sehr über den Jägersmann und Rotkäppchens Oma amüsierten. "Gut gemacht", sagte ein kleiner Steppke zu dem 1,90 Meter großen Konrad Bruno Till und drückte ihm dabei respektvoll die Hand. Das Zwickauer Ehepaar wird übrigens am seinem zweiten Hochzeitstag am 18. Dezember zweimal das "Rotkäppchen" auf der Bühne geben, so wie am zweiten Weihnachtsfeiertag und an einigen weiteren Tagen. (lth)


Stephan Kunig (75) gehörte am Samstagvormittag zu den ersten Gästen, die der Justizvollzugsanstalt in Zwickau einen Besuch abgestattet haben. Nicht aus Neugier - mehr aus Nostalgie. Immerhin hat der Senior 38 Jahre und zehn Monate seines Lebens in dieser Haftanstalt verbracht. Entsprechend groß war das Hallo unter den Bediensteten, als sie ihren ehemaligen Kollegen erkannten. Kunig, der auch nach seiner Dienstzeit dem Rechtssystem treu blieb, indem er sich als Schöffe verpflichtete, informierte sich beim Tag der offenen Tür über Neues, das sich hinter den alten Mauern tut. Unter anderem besuchte er auch die Werkstätten, in denen beispielsweise Räuchermänner entstehen, die über den Gitterladen im Internet verkauft werden. Viel geändert habe sich seit seiner Zeit nicht, sagte Kunig. Was ihm immer wichtig war: "Der Umgangston muss stimmen. Der muss immer korrekt sein." (sth)


Annett Göhre, Ballettdirektorin des Theaters Plauen-Zwickau, feierte am Freitag im ausverkauften Malsaal in Zwickau die Uraufführung ihres Tanzstücks "Die Möwe Jonathan", das auf Begeisterung des Premierenpublikums stieß. In der vorangegangenen Einführung in das Stück erzählte die Choreografin, dass sie das Kultbuch "Die Möwe Jonathan" des US-Amerikaners Richard Bach, das sie für ihr gleichnamiges Stück inspirierte, an der Ballettschule gelesen hat, und dass es ihr den Mut gegeben hat, ihren Traum vom Tanzen nicht aufzugeben.

Mit ihrer Inszenierung wollte sie zeigen, dass es wichtig ist, Träume, Ziele und Hoffnungen zu haben. Und dass es nicht darauf ankommt, ob sich diese Wünsche tatsächlich erfüllen. "Denn Träume verleihen Menschen eine Lebensenergie und Motivation", sagte Göhre. Und das Scheitern gehöre auf dem Weg zum Erfolg unbedingt dazu und soll deswegen auch als etwas Positives angesehen werden. Die Choreografin erzählte in der Einführung aber auch viel Spannendes und Wissenswertes über die Arbeit an dem 75-minütigen Stück, in das die ganze Ballettkompanie sowie zwei Theatermusikerinnen involviert sind. Die nächste Vorstellung des Tanzstücks "Die Möwe Jonathan" findet am Sonntag, 18 Uhr statt. Die Einführung in das Stück gibt es eine halbe Stunde zuvor. (lth)

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