Stadtmission: Auch mit 150 Jahren ein Diener

Mit einem Festgottesdienst und einem Empfang hat der 1869 gegründete Verein an seine Wurzeln und aktuelle Aufgaben erinnert.

Zwickau.

150 Jahre Stadtmission Zwickau - mit einem festlichen Empfang hat der am 1. März 1869 gegründete Verein für Innere Mission am Sonntag diese lange Geschichte begangen. Im gut besuchten Bürgersaal des Zwickauer Rathauses erklärte Bürgermeisterin Pia Findeiß (SPD), dass diese Geschichte auch eng mit der der Stadt Zwickau zusammenhänge. Die Mitarbeiter und Helfer der Stadtmission sorgten seit vielen Jahren für ein liebevolles, freudvolles und friedliches Miteinander in der Stadt, dank ihrer Hilfsangebote für Wohnungslose, straffällig Gewordene, für Familien, Alte und Junge.

Landrat Christoph Scheurer (CDU) erklärte, dass eine Gesellschaft nur funktionieren könne, wenn sie die Leistungsträger belohne. Doch darüber hinaus müssen die nicht mehr Jungen, nicht mehr Gesunden ebenso teilhaben können. Dabei helfe die Stadtmission - mit ihren Mitarbeiter, die "sehr sehr viel mehr machen als sie müssten, ich weiß das", so Scheurer. Die Stadtmission sei ein zuverlässiger, aber auch nicht ganz billiger Leistungsträger für den Staat. Für Traugott Kemmesies, Geschäftsführer des Diakoniewerkes Westsachsen, an dem die Stadtmission im Vorjahr Anteile erworben hat, kein Widerspruch: "Qualität hat halt ihren Preis."

Oberkirchenrat Dietrich Bauer, Vorsitzender der Diakonie Sachsen, erinnerte an die Bedeutung des Wortes Diakonie: Es gehe um das Dienen zu Tische - den Kranken, den Gesunden, den Jungen und den Alten. Er lobte die Idee, mit einer Tischgemeinschaft, wie sie am 16. Mai auf dem Zwickauer Hauptmarkt geplant sei, an diesen Gedanken anzuknüpfen. An diesem Tag soll eine 150 Meter lange Kaffeetafel aufgestellt werden, an der Menschen einander begegnen können.

Die Predigt beim Festgottesdienst im Dom am frühen Nachmittag hielt Ulrich Lilie, seit 2014 Präsident der Diakonie Deutschland. Er sprach sich dafür aus, auch in einer unheilvoll zerrissenen Zeit sich für Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Frieden einzusetzen, "auch wenn wir die Aufgabe nie ganz bewältigen können". Die Kollekte des Gottesdienstes war zu hundert Prozent Menschen in Not gewidmet.

Die Vorstandsvorsitzende Gabriele Floßmann erinnerte an die Grundsteinlegung vor 150 Jahren, die die Stadtmission zu einem der ältesten Wohlfahrtsunternehmen in der Region mache - mit mehr als 750 hauptamtlichen und 150 ehrenamtlichen Mitarbeitern sowie mehr als 150 Mitgliedern, alle im Dienst für die Nächsten, die Mitmenschen, die Schwächeren.

Einige der Mitarbeiter bewiesen den Gottesdienstbesuchern, dass sie nicht nur über ein großes Herz, sondern auch eine beeindruckende Stimme verfügen. Für die Festveranstaltung hatte Kirchenmusikdirektor Henk Galenkamp, der die musikalische Gesamtleitung innehatte, mit Stadtmissionsangestellten einen Projektchor gegründet.

An 17 Standorten im Landkreis verfügt die Stadtmission über 27 Einrichtungen. Sie arbeitet beispielsweise mit am Historischen Dorf in Zwickau, übernimmt die Pflege Alter und Behinderter, hilft Wohnungs- oder Gehörlosen.

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