Stille Helden verdienen Hochachtung

Auf einer Festveranstaltung sind Frauen und Männer geehrt worden, die über viele Jahre Blut gespendet haben. Einer schon mehr als 200-mal.

Zwickau.

Sie helfen, ohne zu fragen, wem ihre Hilfe zugute kommt: Blutspender. 104 dieser stillen Helden aus Zwickau und dem südlichen Landkreis waren am Donnerstagabend zu einer Auszeichnungsveranstaltung in die Aula des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums eingeladen. Sie alle hatten es im Verlaufe der zurückliegenden Jahre auf eine "runde" Anzahl unentgeltlicher Blutspenden für das DRK gebracht. Einer von ihnen stach an diesem Tag besonders hervor. Der 72-jährige Wolfgang Klemm aus Zwickau hatte sich 200-mal etwas von seinem roten Lebenssaft abzapfen lassen. "Eigentlich sind es 205, denn ich war ja in der Zwischenzeit auch schon wieder zum Spenden", verriet er. Die Termine wahrzunehmen, ist in seinem Fall nicht ganz einfach. Wolfgang Klemm ist blind und dadurch auf entsprechende Hilfe angewiesen. Weshalb er trotzdem die damit verbundenen Mühen auf sich nimmt, beantwortete er mit knappen Worten: "Weil Blut gebraucht wird." Das unterstrich auch Ralf Gräser, Kreisbereitschaftsleiter des DRK, in seiner Ansprache. "Blut ist momentan nur durch Blut zu ersetzen. Es gibt noch keinen künstlichen Ersatz. Blutspender sind im wahrsten Sinne des Wortes Lebensretter, die unsere uneingeschränkte Hochachtung verdienen", machte Gräser deutlich. "Allerdings spenden lediglich drei Prozent der Bevölkerung. Nur ein Prozent mehr Spender wären eine enorme Hilfe."

Fast 7000 abgenommene Transfusionseinheiten verzeichnet die Statistik des DRK-Blutspendedienstes für Zwickau und den südlichen Landkreis im Jahr 2018. "Schwierig wird es erfahrungsgemäß insbesondere während der bevorstehenden Urlaubszeit. Wir sind deshalb ständig auf der Suche nach Neuspendern", sagte Antje Dombrowski, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim DRK-Blutspendedienst.

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