Wie es wallt

Schwansinn: Was Zwickau diese Woche bewegte

Die Welt war in dieser Woche so sehr in Wallung, dass ich meinen Kaffee auf der Tastatur verschüttet hätte. Zuerst der Einbruch ins Grüne Gewölbe, dann die Eröffnung des Weihnachtsmarkts in Zwickau, und schließlich die Ankündigung, dass der Berliner Flughafen jetzt einen Eröffnungstermin bekommen hat. Ich bin noch immer am Zittern vor Aufregung. Oder vor Kaffee-Entzug. Wenn der Raub in Dresden ein "Anschlag auf die kulturelle Identität" (Innenminister Roland Wöller, CDU) war, dann trifft das auch auf die Eröffnung des Flughafens zu. Das Lachen über den nie fertig werdenden Bau ist schließlich über die Jahre zu einer deutschen Eigenheit geworden. Man hat sich daran gewöhnt, dass Großbauten nicht mehr fertig werden und dass man den Grund dafür gar nicht versteht. Apropos, wie geht es eigentlich unserem Gewandhaus zurzeit? Läuft? Wunderbar.

Und dann wäre da noch die Sache mit der Musik. Wo man singt, da lass' dich nieder, Bösewichter haben keine Lieder, hieß es jedenfalls früher einmal. Die Werte-Union - das ist der Verein, der die CDU mit 38Mann jetzt von hinten aufrollt - stößt sich durchaus an gewissem Liedgut und verlangt, die Band Feine Sahne Fischfilet nicht auf die Zwickauer Stadthallenbühne zu lassen. Zu rüpelhaft und zu links, da müsse man sich ja fürchten. Acht Tage vorher tritt am selben Ort Frei.Wild auf. Dafür hat noch niemand eine Absage gefordert. Typisch Zwickau, wie es leibt, lebt, zwickt und zunäht.

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