Wie sich Räte im Kreis Zwickau nach der Wahl verändern

Wahlen 2019 Die Wahl am Sonntag geht mit Machtverschiebungen einher. Die "Freie Presse" hat sich ausgewählte Orte im Kreis Zwickau genauer angesehen.

Mülsen: In Mülsen hat die CDU herbe Verluste eingefahren. Für Fraktionschef Tronje Hagen geht die Welt damit aber nicht unter: "So ist Demokratie eben." Für die CDU kam das Ergebnis nicht überraschend. "Damit haben wir gerechnet, nachdem sich Jörg Röhner von uns abgespaltet hat." Dessen Wählervereinigung - 3 GE - hat aus dem Stand vier Sitze geholt. Hagen zufolge dürften das CDU-Wähler gewesen sein. Nicht mehr im Rat vertreten sind die Sozialdemokraten. Die Linken haben nur noch einen Sitz, Impuls nur noch drei. Die Freien Wähler und AuBM haben etwa 1000 Stimmen mehr eingefahren als noch vor fünf Jahren. Dennoch reichte das nicht für einen weiteren Sitz im Rat. Fraktionschef Michael Franke ist trotzdem zufrieden mit dem Ergebnis: "Das bestätigt unsere Politik." Mit Richard Pester zieht auch die AfD in den Rat ein, hätte sogar drei Sitze holen können, hatte aber nur einen Kandidaten.

Wildenfels: In Wildenfels hat der Schönauer Gastwirt Manfred Fischer, der für Sport Wildenfels/Wiesenburg/Schönau angetreten ist, mit 658Stimmen die meisten auf sich vereinen können. "Das freut mich sehr, zumal ich weiß, dass im Ort zuerst die Person und nicht die Partei oder Vereinigung zählt. Außerdem freue ich mich, dass alle vier von uns aufgestellten Kandidaten auch in den Stadtrat einziehen werden." Damit hat die Sport-Fraktion nach 2014 erneut einen Sitz hinzugewonnen. Die CDU verlor einen und hat nunmehr nur noch sechs Stadträte. Mit Elisa Olzmann stellte sich erstmals ein Mitglied des vor fünf Jahren ins Leben gerufenen Jugendbeirates dem Wählervotum. Sie kandidierte auf der Liste der Linken und schaffte es in den Stadtrat.


Lichtentanne: In Lichtentanne fuhr Helga Strobelt mit 801 Stimmen zum wiederholten Male das beste Wahlergebnis ein. "Das zeigt, dass es richtig war, auch mit 74 Jahren noch einmal anzutreten", sagt sie. "Leider haben wir Linken einen Sitz verloren, aber mit vier Gemeinderäten liegen wir deutlich vor der AfD, die neu in das Gremium einzieht und zwei Sitze bekommen hat." Auch die Grünen haben erstmals einen Sitz im Rat. Die CDU verlor zwei Mandate. Künftig werden also nicht mehr nur zwei, sondern vier Parteien im Lichtentanner Rat vertreten sein.

Hartmannsdorf: In Hartmannsdorf legte die regierende CDU um zwei Prozentpunkte zu und erreichte 88,1 Prozent. Bürgermeisterin Kerstin Nicolaus (CDU) gibt zu, damit nicht gerechnet zu haben: "Das wäre überheblich gewesen. Aber ich bin stolz darauf."

Reinsdorf: Der Reinsdorfer Gemeinderat bleibt bunt. Während sich bei den Linken (zwei Sitze) und der SPD (ein Sitz) nichts verändert, büßen die Christdemokraten drei Sitze ein. Nur noch vier CDU-Gemeinderäte arbeiten künftig in dem Gremium mit. "Wir können uns schlecht dem Einfluss der großen Politik in Berlin entziehen. Zudem hat es viele Wechselwähler gegeben", analysiert CDU-Gemeinderat Bert Naumann. Sieger in Reinsdorf sind die Freien Wähler, die anstelle von sieben nun mit neun Räten vertreten sind. Fraktionschef Peter Fritzsch hatte zwar auf ein gutes Ergebnis gehofft. "Aber das war schon eine Überraschung." Dass erstmals die AfD in den Rat einzieht, sieht Fritzsch gelassen. "Das ist Demokratie. Das müssen wir aushalten, können wir nicht ignorieren." Petra Lorenz, die zukünftig mit Franz Neubert für die AfD im Gemeinderat agiert, hofft auf Mehrheiten. "Wir dürfen nicht die kleinen Probleme der Leute vergessen", sagt sie.

Hartenstein: In Hartenstein steigerte der Feuerwehrverein sein Ergebnis gegenüber 2014 um fast acht Prozentpunkte und ist künftig mit vier Sitzen im Stadtrat vertreten. Das ist einer mehr als bisher. Die SPD, die diesen bisher inne hatte, war nicht wieder zur Wahl angetreten. CDU und Bürgerliche Wählervereinigung stellen weiterhin je sechs Räte, wobei die Wählervereinigung etwas mehr und die Christdemokraten ein paar weniger Stimmen als vor fünf Jahren verbuchen. Mit 776 Stimmen konnte Sascha Wolf (Bürgerliche Wählervereinigung) von allen Stadtratskandidaten die meisten Stimmen auf sich vereinen. "Ich sehe darin eine Bestätigung, dass wir in den vergangenen Jahren eine gute Arbeit gemacht haben", sagte er.

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