"Wir sind nicht mehr namenlos"

Stangengrüns Ortsvorsteher Michael Reichert über hohe Ministerehren und neue Motivation

Stangengrün.

Die Stangengrüner halten nun die Urkunde für ihr gutes Abschneiden beim Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" in den Händen. Dreimal in zehn Tagen waren jetzt Vertreter des Ortes in Berlin, um sich für ihr Engagement beglückwünschen zu lassen. Uta Pasler erfuhr von Rechtsanwalt Michael Reichert (67), dass so ein Preis mit allerhand Stress verbunden ist. Reichert ist Ortsvorsteher.

Freie Presse: Herr Reichert, am 22. und 27. Januar wurden Sie auf die "Grüne Woche", am 31. Januar beim Bundespräsidenten ins Schloss Bellevue eingeladen. Haben Sie sich jetzt angesichts der ganzen Berlin-Termine eine Bahn-Card gekauft?

Michael Reichert: Nein, nein. Zum Messestand "Deutschlands schönste Dörfer" und zum Bundespräsidenten sind wir mit dem Pkw gefahren. Zur Preisverleihung, an der 55 Stangengrüner teilnahmen, mit dem Bus

Was hat Sie bei all den Begegnungen am meisten bewegt?

Das kann ich gar nicht so einfach sagen. Die Preisverleihung, bei der 2700 Bürger dabei waren, war auf alle Fälle ein fantastisches Erlebnis. Es ist beeindruckend, dass wir Stangengrüner es unter die 33 schönsten Dörfer Deutschlands geschafft haben, immerhin von 2400 Teilnehmern insgesamt.

Wie viel Kraft gibt dieser zweite Platz?

Die Menschen, die sich bisher engagiert haben, sind weiter motiviert worden. Wir spüren, wir sind nicht mehr namenlos.

Werden die Stangengrüner erneut an diesem Wettbewerb teilnehmen?

Das muss man sehen. Beim 26. Wettbewerb sicher nicht. Aber da sind wir Austragungsort der Schluss- veranstaltung des Landes.

Gab es im Bus zurück vielleicht schon Gespräche, wie man an den ersten Preis kommen kann?

Naja, wir sind 23 Uhr von Berlin weggefahren und 3.30 Uhr in Stangengrün angekommen ... Wir haben viele Vorhaben in Gang gesetzt, bei denen die breite Öffentlichkeit profitiert, etwa die Wanderwege und Schilder. Aber wir haben noch einiges im Dorf vor, das wir Stück für Stück erledigen möchten.


Bundesminister lobt Unternehmer und Ehrenamtler

Für Kirchbergs Bürgermeisterin Dorothee Obst (Freie Wähler) waren es beeindruckende Tage. "Ich denke, es war nicht das letzte Mal, dass sich der Ort an diesem Wettbewerb beteiligt. Wir wissen jetzt, dass wir noch ein paar Hausaufgaben machen müssen, die gehen wir an." Dieses Jahr soll am Kindergarten weiter gebaut werden, an Dach, Fassade, Fenstern, Heizung und Elektroinstallation. Sie gibt zu, dass anfangs viele nicht so recht an einen erfolgreichen Abschluss glaubten. Aber mit dem Weiterkommen im Wettbewerb stieg das Engagement der Stangengrüner immer mehr an.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt: "In Stangengrün sind die Unternehmen eine treibende Kraft zusammen mit dem vielfältigen bürgerschaftlichen Engagement der Gemeinde: Sie bringen sich finanziell und persönlich ein, um das Dorfleben und die Traditionen lebendig zu halten." (upa)

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