Wismut-Schrott wird eingeschmolzen

Der Pipeconveyor ist fast vollständig verschwunden. Nur ein kleiner Teil der Anlage wird in Helmsdorf bleiben. Aber unsichtbar.

Oberrothenbach.

An den Anblick muss man sich erst einmal gewöhnen: Auf der Altenburger Straße ist es nach dem Ortsteingang von Oberrothenbach obenrum luftig geworden. Mehr als 20 Jahre lang hat der Pipeconveyor das Bild geprägt. Nun ist das Gurtförderband, das das Material von der Crossener Halde transportiert hat, verschwunden.

Bis Ende des Jahres will die Wismut mit dem Abriss der Anlage und sämtlicher Nebenanlagen fertig sein. Derzeit liegen die Arbeiten sehr gut im Zeitplan, sagt Frank Wolf, Sprecher der Wismut. Mit Abschluss der Arbeiten sollen sämtliche Grundstücke renaturiert sein - so wie vor 1996, als die Anlage errichtet wurde, um das Haldenmaterial auf die ehemalige Industrielle Absetzanlage (IAA) Helmsdorf zu bringen, wo es nun für alle Zeit vergraben wird. Das passiert auch mit einem Teil des Gurtförderbandes. Kontaminierte Teile werden in Schrottkassetten an genehmigten Stellen in Helmsdorf eingelagert. Langzeitsicher verwahrt - so nennt es Wolf. Allerdings trifft dies nur auf einen kleinen Teil der Anlage zu. Bereits jetzt steht fest, dass 60 Prozent des Stahlschrotts unbelastet sind und damit eingeschmolzen und wiederverwertet werden können. Der Rest wird nach Auskunft von Frank Wolf noch einmal ge- reinigt und dann erneut gemessen. "Im Ergebnis entscheidet sich, was noch freigegeben werden und an Stahlwerke zum Einschmelzen gehen kann."

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Das einzige, das die Wismut bei diesem Abriss nicht anrührt, ist eine Wasserleitung. Die führt sozusagen in die entgegengesetzte Richtung und leitet Wasser von Helmsdorf in die Zwickauer Mulde ab, ohne dass vorher ein anderes Gewässer damit in Berührung kommt. Diese Leitung, sagte Oberrothenbachs Ortsvorsteher Carsten Schick während der Ortschaftsratssitzung am Montag, wird noch mindestens 30 Jahre gebraucht. Denn auch wenn die Sanierung der IAA in den kommenden Jahren beendet sein wird - die Sickerwässer sind nach wie vor nicht ganz frei von Schadstoffen.

Was derzeit noch an den Abriss des Pipeconveyors erinnert, ist eine Ampel an der Altenburger Straße. Die ist dort vorübergehend installiert worden, weil kurz vor der Bahnbrücke der Fußweg gesperrt ist. Laut Carsten Schick will der Landkreis, der für die Straße an dieser Stelle zuständig ist, einen neuen Weg bauen. Dieser soll - anders als bisher - dann parallel zur ehemaligen B 93 verlaufen. Schick: "Wenn alles gut geht, dann ist die Ampel Ende September oder Anfang Oktober auch verschwunden."

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