Wo viele kluge Köpfe zusammenstecken

Das Forschungs- und Transferzentrum Zwickau feiert sein 25-Jähriges. Während andere Einrichtungen längst geschlossen sind, boomt das FTZ in Westsachsen.

Zwickau.

Eine Geburtstagsfeier mit Anstößen gibt es am heutigen Dienstag im Zwickauer Rathaus. Das ist schon richtig: Es geht nicht ums Anstoßen, sondern um die Anstöße - die Denkanstöße. Immerhin feiert das Forschungs- und Transferzentrum (FTZ) sein 25-jähriges Bestehen, eine Forschungseinrichtung, die zwar ein eigenständiger Verein ist, aber eng mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) zusammenarbeitet. In dem Zentrum versammeln sich viele kluge Köpfe. Zu den 35 Mitarbeitern gesellt sich eine Reihe von Professoren der Hochschule, die neben ihrer Lehre und der Arbeit an der WHZ weitere Forschungsaufträge annehmen. Sie kommen aus dem Bereich des Automobil- und des Maschinenbaus, auch Elektro- und Lasertechniker nutzen die Einrichtung, erklärt deren Vorsitzender Matthias Richter. "Prinzipiell sind wir für alle Forschungen offen. Selbst die Sprachwissenschaftler können zu uns kommen."

Allerdings hat Richter den Eindruck, dass das FTZ mehr auf sich aufmerksam machen sollte. "Ich glaube, wir fliegen etwas unter dem Radar." Zwar arbeiten die Forscher an bundesweiten Projekten, doch wünscht sich Richter, das FTZ möge sich in der Region fester verwurzeln. Das war im Grunde genommen auch einer der Antriebe, solche Forschungszentren zu gründen. Sie entwickelten sich in den 1990er-Jahren an den sächsischen Hochschulstandorten, auch als eine Art Serviceeinrichtung für Auftraggeber, die Verbindungen in die Wissenschaft oder an die Hochschulen suchten. Das Zwickauer FTZ gehört zu den wenigen Überlebenden dieser Zeit. Und es geht ihm gut, versichert Richter. Rund 3 Millionen Euro haben die Forscher allein im vergangenen Jahr an Mitteln für ihre Arbeit eingeworben. "Für die gesamte Hochschule lagen die Drittmittel bei rund 10 Millionen Euro", so Richter. "Insgesamt haben wir in den vergangenen 25 Jahren knapp 50 Millionen Euro an Forschungsgeld eingenommen." Begonnen habe das FTZ mit einer Anschubfinanzierung von rund 400.000 Euro aus dem sächsischen Wissenschaftsministerium.

Geforscht wird auf zahlreichen Gebieten. Richter selbst, der an der WHZ an der Fakultät für Elektrotechnik lehrt, beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, wie man Autos bauen muss, damit die immer noch zahlreicher werdenden elektronischen Bauteile sich nicht gegenseitig mit ihren Signalen stören. Andere Kollegen suchen nach effizienteren Möglichkeiten, Energie zu speichern, während Dritte sich mit der Wissenschaft von Stoffen und deren Eigenschaften auseinandersetzen. Leichtbau oder die Betriebsfestigkeit von Werkteilen sind da nur zwei von vielen Stichworten. Übrigens: Nicht nur die Industrie profitiert von diesen klugen Köpfen. Das FTZ vergibt auch Förderstipendien an Studierende und stellt hochwertig ausgerüstete Labore für die Lehre zur Verfügung.

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