Zwickau damals und heute, Folge 40: Die Pölbitzer Brücke

Hätten Sie es erkannt? 1895 wurde Pölbitz, dessen Dorfkern sich zwischen dem Gasthof Richard Harzers (ab 1903 "Neue Welt") und dem späteren 04-Bad befand, nach Zwickau eingemeindet. Ein kleiner Teil der Gemeinde befand sich auf dem östlichen Ufer der Zwickauer Mulde. Beide Ortsteile waren durch eine Holzbrücke miteinander verbunden. Am 18. Februar 1511 riss eine Eisfahrt die Pölbitzer Brücke fort. Diese Nennung ist wohl der älteste Hinweis von der hölzernen Brücke, die wahrscheinlich im 15. Jahrhundert erbaut wurde. Immer wieder berichtete die Chronik des Dr. Emil Herzog von Zerstörungen und Beschädigungen der Zwickauer Brücken wegen Hochwassers und Eisfahrten. So wird es auch der Pölbitzer Brücke ergangen sein, ohne dass es in der Chronik besondere Erwähnung fand. In der Regel musste beim Benutzen einer Brücke ein Brückengeld entrichtet werden. Oft standen Schlagbäume sowie Brücken- und Chausseegeldeinnahmehäuschen an der Brücke, und ein Beamter kassierte das Geld. Erst am 31. Dezember 1884 wurde das Erheben von Brückengeldern gesetzlich eingestellt. Natürlich war eine hölzerne Brücke (linkes Foto um 1912) dem modernen Straßenverkehr mit den höheren Achslasten nicht mehr gewachsen. Seit etwa 1911 wurde deshalb eine neue, moderne Brücke geplant. Am 6. Juli 1914 wurde in Pölbitz anstelle der alten hölzernen eine neue Betonbrücke ihrer Bestimmung übergeben. Die Straßenführung zur Pölbitzer Brücke verlief damals noch von der Pölbitzer Straße über die Brückenstraße, den Brückenplatz und die Angerstraße. Erst in der DDR wurde die Pölbitzer Straße über die Kreuzung Moseler Straße geradlinig bis zur Brücke geführt. Am 17. April 1945, als die amerikanischen Truppen Zwickau besetzten, wurden deren Brücken nicht gesprengt. Der für die Sprengung verantwortliche Offizier hatte den Befehl ausgegeben: Sprengung nur auf Befehl eines Offiziers. Und die Offiziere befanden sich in der Kaserne und bereiteten die Übergabe von Zwickau vor, was ab 14 Uhr auch geschah. 1984 erfolgte an der Pölbitzer Brücke die Installierung einer fernautomatischen Pegelübermittlung. Damit konnten die städtischen Stellen bei Hochwasser besser reagieren. Nach der Wiedervereinigung nahm der Autoverkehr enorm zu. Am 8. August 2006 wurde deshalb ein Neubau eingeweiht. Die Brücke aus dem Jahr 1914 wurde abgebrochen.Text und Foto/Repro: Norbert Peschke

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