Zwickau und die Frage nach der Aufarbeitung

Siebte Auflage des "If the kids ..." befasst sich mit dem Thema NSU

Zwickau.

Zum siebten Mal findet heute in Zwickau der Konzert- und Thementag "If the kids ... " statt. Veranstalter sind der DGB Region Südwestsachsen und der Verein "Roter Baum". Motto diesmal: "Zwickau ... Irgendwas mit NSU!?" 17 Uhr geht es auf dem Scheffelberg-Campus der Westsächsischen Hochschule mit der Eröffnung der Ausstellung der Geschichtswerkstätten los. Sie ist danach noch zwei Wochen in der dortigen Außenstelle der Hochschulbibliothek zu sehen.

In der Aula der Hochschule gibt es Diskussionen und Vorträge. Zuerst werden Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Die Linke), die thüringische Landtagsabgeordnete Madeleine Henfling (Bündnis 90/Die Grünen) und der sächsische Landtagsabgeordnete Lutz Richter (Die Linke) aus den jeweiligen NSU-Untersuchungsausschüssen berichten. Nach einer Pause erzählt der Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler vom NSU-Prozess in München. Dort hatte er Angehörige von Opfern vertreten: die Geschwister von Abdurrahim Özüdogru, der am 13. Juni 2001 in seiner Änderungsschneiderei in Nürnberg erschossen wurde, sowie die Tochter von Ismail Yasar, der am 9. Juni 2005 ebenfalls in Nürnberg getötet worden war.

Mit Gerad Schueft (Chemnitz), Friedrich Herrmann (Jena) und Erik Leichter (Zwickau) setzen sich drei Poetry-Slamer mit den Spuren des NSU in ihren Städten auseinander. Die anschließende Diskussion trägt den Titel "Welche Verantwortung tragen die Städte der Täter - Wie kann man die Taten angemessen aufarbeiten?" Im Podium wird auch der Musiker Megaloh sitzen, ein Berliner Rapper mit niederländisch-nigerianischer Abstammung, der sich seit Jahren gegen Rassismus engagiert. Ab 22.30 Uhr spielen neben Megaloh die Hardcore-Punk-Band Rawside aus Coburg und Szene-DJ Björn Peng.

In Zwickau hatte das NSU-Trio, das zahlreiche Unterstützer besaß, während seiner Mordserie gelebt. Nachdem Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt vor fast auf den Tag genau sieben Jahren in Eisenach gestorben waren, hatte Beate Zschäpe die letzte Wohnung der Drei an der Frühlingsstraße in die Luft gejagt - das Gebäude wurde später abgerissen. Ob ein dauerhaftes Gedenken an die Opfer des NSU in Zwickau geschaffen werden soll, wird seit Langem kontrovers diskutiert.sf

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