Zwickauerin kümmert sich mit viel Herzblut um Blutspender

Monika Weber wird zum Weltblutspendertag am Freitag als eine von fünf Sachsen in Berlin geehrt. Das Deutsche Rote Kreuz hat von Kindesbeinen an ihr Leben bestimmt.

Zwickau.

Monika Weber schippert am heutigen Donnerstag in Berlin auf einem Schiff auf der Spree. Am morgigen Freitag wird sie mit einer Rikscha durch die Bundeshauptstadt gefahren werden. Darauf freut sich die 63-Jährige, die vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) zu einem tollen Programm zum 16.Weltblutspendertag in die Metropole eingeladen ist, schon sehr. Aber besonders gespannt ist die Zwickauerin auf eine Veranstaltung im Humboldt Carré, bei der sie am Freitag von der Rotkreuz-Botschafterin Carmen Nebel Ehrennadel und Urkunde für ihr langjähriges Engagement als Blutspenderin und ehrenamtliche Helferin bei der Organisation und Durchführung von Blutspenden erhält.

"Die Einladung hat mich echt überrascht. Schließlich sind nur 65Personen aus ganz Deutschland und davon lediglich fünf Sachsen eingeladen", gesteht die bescheidene Frau. "Die Tage in Berlin werden sicherlich interessant, besonders der Erfahrungsaustausch mit anderen Ehrenamtlern." Die Zwickauerin erzählt, dass ihr Leben von Kindesbeinen an eng mit dem DRK verbunden ist. Schon in der Arbeitsgemeinschaft "Junge Sanitäter" in der Puschkin-Schule hat Monika Weber eifrig mitgearbeitet. Anschließend war sie beim Jugendrotkreuz. "Als ich nach meiner Lehre bei Sachsenring zur Facharbeiterin für Schreibtechnik erfahren habe, dass beim DRK-Kreisverband Zwickau-Land eine Stelle frei ist, habe ich mich beworben und wurde auch prompt genommen", erinnert sich die Frau, die bis heute dort arbeitet und inzwischen Verwaltungsleiterin ist.


Über viele Jahre ist die Zwickauerin mit gutem Beispiel vorangegangen, hat Blut und später Plasma gespendet. "Als das aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich war, habe ich dem DRK-Blutspendedienst weiter ehrenamtlich die Treue gehalten. Ich organisiere seit vielen Jahren Spendetermine und führe sie gemeinsam mit anderen Ehrenamtlern durch", berichtet sie und erzählt, dass voriges Jahr am zweiten Weihnachtsfeiertag 127Spender in die Globus-Plasmazentrale gekommen waren, am Pfingstmontag in dieser Woche waren es, sicher der Hitze geschuldet, 50. Auch abends ist die Frau oft unterwegs, um Termine abzusichern, Sachen für den Imbiss, der den Spendern gereicht wird, zu kaufen, mit anderen Ehrenamtlern alles zuzubereiten und an die Spender auszugeben. Allein im vergangenen Jahr waren es 28 Abende und Feiertage.

"Ich mache das nach wie vor gern", sagt Monika Weber und betont, dass sie auch weiter ehrenamtlich für den Blutspendedienst arbeiten wird, wenn sie in Kürze in den Ruhestand geht. "Die meisten meiner Helfer kenne ich seit vielen Jahren. Ich kann mich auf alle verlassen, einige planen sogar ihren Urlaub nach den Terminen", sagt sie.

Neben den Ehrenamtlern kennt die Zwickauerin auch jede Menge Blutspender. "Wir haben viele Stammkunden. Da wird auch mal über Privates geschnattert, während sie sich am gedeckten Tisch Obst und Brötchen schmecken lassen", sagt die Frau. "Aber ich freue mich auch immer wieder, wenn ich neue Gesichter sehe. Schließlich werden Blutspenden dringend gebraucht."


Zahlen & Fakten

Etwa drei Prozent der Bevölkerung in Deutschland spendet Blut, spendentauglich wären laut DRK 33 Prozent. Rund 12.000 Blutspenden benötigt der DRK-Blutspendedienst an jedem Werktag.

Im Bereich Zwickau sind voriges Jahr bei von Monika Weber organisierten Terminen 1832 Blutspenden erfolgt. Weitere Termine wurden von anderen DRK-Ehrenamtlern, aber auch von Feuerwehr- und Heimatvereinen organisiert. Blut spenden kann jeder ab 18 Jahre. Erstspender dürfen nicht alter als 64 Jahre alt sein.

Der 14. Juni wurde zu Ehren des österreichischen Mediziners, Pioniers der Transfusionsmedizin und Nobelpreisträgers Karl Landsteiner (1868 bis 1943) als Weltblutspendertag gewählt. 1907 wurde die erste erfolgreiche, auf seinen Arbeiten basierende Bluttransfusion durchgeführt. (vim)

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