Pama greift nach Rettungsanker

Der Freiberger Spezialist für Papiermaschinen ist in Turbulenzen geraten - und das trotz voller Auftragsbücher. Doch nach schwierigen Monaten scheint nun Ruhe einzukehren.

Freiberg.

Um wieder finanziell Oberwasser zu erhalten, hat die Führungsspitze der Pama Paper Machinery GmbH aus Freiberg die Reißleine gezogen und beim Chemnitzer Amtsgericht einen Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung gestellt. Das heißt: Der Anlagenbauer verwaltet sich weiterhin selbst und wird nur von einem gerichtlich bestellten sogenannten Sachwalter geprüft.

Der Vorteil laut dem geschäftsführenden Gesellschafter Erik Lippert: Die Bundesagentur für Arbeit zahlt für die kommenden drei Monate die Gehälter der rund 60 Mitarbeiter. "Wir sind durch ein Tal der Tränen geschritten. Jetzt kann es nur bergauf gehen", bemerkt der 48-jährige Unternehmenslenker. Denn durch diesen Schritt ist die Firma auf einen Schlag liquide. "Wir erhalten dadurch Luft zum Atmen", umschreibt es Lippert.

Was ihm zusätzlich Grund zur Hoffnung gibt. "Wir sind ausgelastet. Das Tagesgeschäft läuft." Dabei verweist er auf volle Auftragsbücher. Außerdem: In den vergangenen Jahren lag der Umsatz jeweils zwischen fünf und sechs Millionen Euro. Ein weiteres Indiz: Seit mehr als zwei Jahren sucht die Pama regelmäßig nach Fachkräften -mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. "Ich würde 20 Leute einstellen, wenn ich sie kriegen würde", bringt es der Österreicher, der mit dem Anlagenbauer im Sommer 2015 einen Neustart gewagt und seither kontinuierlich Personal aufgebaut hat, auf den Punkt. "Sogar Rentner helfen uns aus, wenn Not am Mann ist."

Um zu verstehen, warum der Spezialist, durch dessen Maschinen Papier für Teebeutel genauso hergestellt werden können wie für Banknoten, in Turbulenzen geriet, muss man auf die jüngere Vergangenheit blicken. Auch Feuerfestplatten können durch die Maschinen aus Freiberg produziert werden.

"Die Altlasten und Vermächtnisse unseres früheren Eigentümers sind zu groß", erklärt Erik Lippert. Die frühere Pama Papiermaschinen GmbH gehörte bis Juni 2015 der österreichischen Kresta Industries, die Mitte 2016 insolvent ging. Da die Freiberger Gesellschaft aber von 2015 bis 2017 durch ein Großprojekt in einem Konsortium mit der Kresta geschäftlich verbunden war, wirkte sich die Pleite auch auf die neue Pama aus. Erik Lippert spricht von Haftungen, die übernommen werden mussten. Doch das Kapitel hat der Pama-Chef nun abgehakt. "Durch die Sanierung bleibt uns davon kein langfristiger Schaden", sagt der Geschäftsmann. Im Gegenteil: Er hofft, bis in den Sommer hinein das Ganze überstanden zu haben. "Wir stehen jetzt auf zwei absolut gesunden Beinen."

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