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Ralph Wrobel - Professor fürVolkswirtschaftslehre

Foto: PF

Ein Aufklärer zwischen zwei Welten

An der Westsächsischen Hochschule gibt es einen viel gefragten Experten. Sein Thema zurzeit: die Politik in Nordkorea.

Von Sara Thiel
erschienen am 12.01.2018

Zwickau. Ob er am nächsten Tag mal schnell für ein Interview nach Köln kommen könne, wollte der Sender wissen. Da musste Ralph Wrobel passen. So flexibel ist der Professor an der Westsächsischen Hochschule auch nicht. Aber es zeigt, wie gefragt der Volkswirtschaftler ist.

Denn er beschäftigt sich mit einem Thema, über das viele reden, vom dem aber erstaunlich wenige Menschen wirklich eine Ahnung haben, sagt er. Es geht um Ostasien, um die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung dort. Ganz besonders geht es den Medien, die ihn regelmäßig um Interviews bitten, derzeit um Nordkorea - ein Land, dessen Staatschef viele als bedrohlich empfinden.

Ralph Wrobel kam über das Baltikum nach Fernost. Seine Doktor- arbeit schrieb der gebürtige Bremer über den Transformationsprozess in Estland - also über den Wandel von der Estnischen Sozialistischen Sowjetrepublik hin zu einer eigenständigen Demokratie. "Wenn man das Thema Transformation weiter begleiten will, muss man sich aus Europa fortbewegen", erklärt er, warum er sich so intensiv auch mit Asien beschäftigt. Dort ist noch einiges im Fluss, nicht zuletzt haben die beiden koreanischen Staaten recht unterschiedliche Sichtweisen auf das Thema Wiedervereinigung. Der Süden, sagt der 49-Jährige, hat ein großes Interesse am deutschen Modell. Der Norden hat andere Pläne. Wrobel hat beide Länder mehrmals bereist, dabei hat er Einblicke erhalten, die er nun nicht nur über die Medien, sondern vor allem seinen Studenten weitergibt.

Die sind an der Zwickauer Hochschule gut aufgehoben, sagt Wrobel. "Hier überschneiden sich viele Kompetenzen." Das beginne mit der Ausbildung in Fremdsprachen, zu denen auch Chinesisch zählt, und verzweige sich in die Wirtschaftswissenschaften hinein, wo er mit seinem Professoren-Kollegen Stefan Kolev eine Scharnierfunktion übernimmt. Die Volkswirtschaftler haben bei ihrer Lehre nicht nur die Ökonomie im Blick, sondern auch die gesellschaftlichen Systeme, die Politik und die kulturellen Hintergründe. So gibt es in Wrobels Kursen immer wieder auch längere Ausflüge in die Geschichte der behandelten Länder. "Dann versteht man auch, warum Systeme so funktionieren wie sie funktionieren."

Dabei richtet er seine Lehre nicht nur in eine Richtung. Die deutschen Studenten möchte er sensibilisieren für die Gesellschaft, die sich in Asien entwickelt. Gleichzeitig aber möchte er auch den asiatischen - oft chinesischen - Studenten etwas mit auf den Weg geben. Er möchte ihnen zeigen, wie die deutsche Demokratie funktioniert. Wrobel sieht sich als Aufklärer und wirbt in beide Richtungen um Verständnis. Denn nur im Miteinander kann man in Zukunft leben, davon ist er überzeugt. "Wir brauchen China. Aber China braucht uns auch." Es gelte, so lange wie möglich eine Balance zwischen Europa und dem aufstrebenden Asien zu erhalten.

 
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