Europafreunde setzen Schlusspunkt

Nach zwölf Veranstaltungen ist die Reihe "Pulse of Europe" nun zu Ende. Trotz überschaubarer Resonanz ziehen die Macher ein positives Fazit.

Zwickau.

Zum Abschluss geht es noch einmal hoch her. Der frühere sächsische Justizminister und jetzige Bundestagskandidat der FDP, Jürgen Martens, kriegt sich mit einer Fragestellerin in die Wolle, es geht um EU-Kulturförderung. "So eine lebendige Situation hatten wir selten", sagt später Mitorganisator Martin Böttger bei einer Zigarette. Und damit endet nach zwölf Veranstaltungen die Reihe "Pulse of Europe".

Das proeuropäische Format, das als Reaktion auf den Brexit in mehr als 100 europäischen Städten regionale Ableger gefunden hat, gilt seit dem Wochenende in Zwickau als vorerst beendet. "In dieser Form, also als Serienveranstaltung, wird es das auf keinen Fall mehr geben", sagt Mitorganisator Dominik Jahre. Man könne überlegen, gemeinsam mit anderen Akteuren Einzelveranstaltungen auf die Beine zu stellen. Aber die Kraft sei fürs erste erschöpft. "Insgesamt sind wir aber sehr zufrieden. Es war nicht leicht, die Reihe über einen so langen Zeitraum vernünftig durchzuführen", sagt Jahre.

Nachdem die europafreundliche Bewegung im April mit 200 Besuchern am Schumanndenkmal recht forsch gestartet war, drohte ihr zwischenzeitlich die Puste auszugehen. Die Besucherzahlen gingen massiv zurück, die Kundgebungen glichen mehr vertrauten Zwiegesprächen, als einer Demonstration. "Unsere Reichweite war sicherlich nicht groß, und es wäre schön gewesen, hätten wir eine größere Reichweite gehabt", sagt Dominik Jahre. "Das entscheidende aber ist, positive Stimmen für Europa laut werden zu lassen. Es ist auch für das Ansehen der Stadt wichtig, dass sich in Zwickau nicht nur das Feindselige Gehör verschafft."

Zum Abschluss am vergangenen Wochenende waren noch einmal zwischenzeitlich bis zu 50 Teilnehmer gekommen, und die erlebten eine diskussionsfreudige Runde. Obwohl die Veranstaltungsreihe eigentlich ohne politische Redner auskommen wollte, sprachen zum Abschluss dann doch mit Jürgen Martens (FDP) und Claudia Maicher (Grüne) zwei Parteipolitiker über ihre Europa-Visionen.

Dass nicht mehr Teilnehmer die Chance nutzten, um mit den Akteuren ins Gespräch zu kommen, kann Mitorganisator Jahre nicht verstehen. "Ich fürchte, dass die Gesprächskultur verloren gegangen ist", sagt er zum Abschluss. "Viele wollen nicht mehr zuhören, was andere zu sagen haben, sondern sich nur noch ihre eigene Meinung bestätigen lassen."

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