Neuer Blitzer bricht Rekorde

Die Laserfalle stellt täglich allein 17 Rotlichtsünder. Hoffentlich spricht sich das schnell rum, sagt ein Verkehrsexperte.

Zwickau/Hirschfeld.

Die Investition scheint sich zumindest finanziell gelohnt zu haben: Die vier neuen Blitzer an der Kreuzung zur Autobahnauffahrt Zwickau-West blitzen in rekordverdächtiger Frequenz. Dem Landratsamt zufolge wurden die Tempoblitzfunktion am 15. November und der Rotlichtblitzer am 21. November scharf geschaltet. Die ersten Ergebnisse: Innerhalb von 14Tagen wurden 1500 Tempoverstöße, binnen einer Woche 120 Rotlichtverstöße registriert. "Wir waren selbst erschrocken, als wir die Zahlen sahen", sagte jetzt Landratsamtssprecherin Ines Bettge. So viele Verstöße gibt es an keinem Blitzer des Kreises, versicherte sie.

Damit fuhren pro Tag durchschnittlich 17 Menschen bei Rot über die Kreuzung. Laut Bußgeldkatalog müssen die Ertappten mit wenigstens 90 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Zudem passierten folglich 107 Menschen die Kreuzung tagtäglich schneller als die Polizei erlaubt. Eine detaillierte Auswertung der Blitzergebnisse liegt im Kreisordnungsamt noch nicht vor. Für das Ordnungsamt sind die Zahlen aber Beweis genug, wie nötig dort Kontrolle ist. "Mit Sicherheit gab es in der Vergangenheit viele Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit", so Bettge.

Die Kreuzung nahe Hirschfeld ist seit Jahren ein Unfallschwerpunkt. Allein von 2012 bis 2016 krachte es dort 28-mal. Es gab insgesamt 14Verletzte und Sachschaden in Höhe von mehr als einer Million Euro. Das Landratsamt unternahm einiges, um den Unfallschwerpunkt zu entschärfen, änderte Ampelphasen, brachte gelbe Vorblinker an, stellte Tempo-50-Schilder auf. Nichts fruchtete. Es krachte weiter. Daher beschloss der Kreistag, dort gut 300.000 Euro in die Hand zu nehmen - für eine stationäre Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachungsanlage am Knoten der beiden Staatsstraßen.

Auch Jens Möse, Vorsitzender der Verkehrswacht im Zwickauer Land, reagierte überrascht angesichts dieser hohen Werte. "Dann sind diese vier Säulen aber auch völlig zurecht dort installiert worden. Bleibt zu hoffen, dass es sich schnell rumspricht." Es sei richtig gewesen, dass der Landkreis so viel Geld in die Hand genommen habe - für Verkehrsüberwachung und -erziehung. Das Landratsamt hatte bei der Anschaffung der Laser-High-Tech-Anlage mit rund 240.000 Euro an Einnahmen jährlich gerechnet - es könnten mehr werden. (mit nkd)

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2Kommentare
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  • 7
    0
    Zeitungss
    03.12.2017

    Eine Goldgrube der besonderen Art. Ich würde sagen, zeigt es dem LRA einmal, dass das eine Fehlinvestition war. StVO einhalten, bringt das LRA schon ins Miiiiiiiiiise und daran sollte man arbeiten.

  • 4
    6
    Einspruch
    03.12.2017

    Leider gibt es kaum Möglichkeiten, das auf der Autobahn in Mode gekommene Überholen von Rechts zu ahnden. Das scheint sich immer mehr zum Kavaliersdelikt zu entwickeln. Auch wenn man kein notorischer Besetzer der Überholspur ist und fährt, was je nach Situation geht und erlaubt ist.



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