Die letzten Arbeiten im Garten

Anpflanzen, Vorbeugen gegen Schädlinge, Schutz vor Frost - Fachleute antworten auf Leserfragen

Zum Abschluss der Gartensaison haben die Hobbygärtner viele Fragen an die Fachleute. Gartenmeisterin Helma Bartholomay, Wolfgang Friebel, ehemaliger Gartenmeister von Schloss Pillnitz, und Gartendoktor Katrin Keiner aus Dresden haben sie beantwortet.

Wir haben kurz vor der Erdbeerernte auf die Flächen zwischen den Pflanzen Stroh ausgelegt. Kann das Stroh über den Winter dort liegenbleiben? Wenn es entfernt werden sollte, ist es dann sinnvoll, die Flächen mit anderem Material zu belegen?

Das Stroh kann ruhig liegenbleibben. Es wird sicherlich über den Winter noch etwas rotten. Aber damit ist der Boden gut auch gegen starke Fröste gut geschützt. Auf jedem Fall sollte das Stroh aber im Frühjahr erneuert werden.

Wir wollen noch in diesem Monat in unserem Kleingarten einen Sauerkirschbaum pflanzen. Eigentlich hatten wir uns für die wurzelnackte Pflanze entschieden. Jetzt haben wir aber gehört, dass das wegen der derzeitigen Trockenheit nicht zu empfehlen sei und man besser einen getopften Baum kaufen sollte.

Wurzelware kommt vom Feld und kann deshalb nur ohne Laub verpflanzt werden. Da die Bäume im Wurzelbereich etwas eingekürzt wurden, sollte auf jeden Fall auch der Pflanzschnitt im Kronenbereich gemacht werden. Im Vergleich dazu haben Containerpflanzen einen komplett durchwurzelten Ballen. Das hat natürlich manchmal Vorteile, wenn man auch mitten im Jahr pflanzen möchte. Da das aber im Herbst passieren soll, spielt es keine größere Rolle. Bewässern müssen Sie in jedem Fall bis zum Anwachsen. Dazu sollte bei der Pflanzung und danach je nach Witterung einmal alle 7 bis 14 Tage etwa zehn Liter Wasser gegeben werden. Gehen die Temperaturen dann in den Minusbereich, können Sie die Wassergaben erst mal einstellen. Im Frühjahr sollten Sie aber bei Trockenheit wieder gießen.

Wir wollen anstelle eines Zaunes hinter einem vorhandenen Betonsockel eine Hecke anpflanzen. Welche Pflanzen sind empfehlenswert?

Es gibt die streng geformten Hecken wie Liguster, Hainbuche, Feldahorn oder Eibe. Diese Hecken werden regelmäßig geschnitten und können auf eine beliebige Höhe und Form gebracht werden. Dann gibt es frei im entsprechenden Abstand zu wachsende Hecken. Das sind Sträucher, die im Abstand zu Zaun und Straße völlig frei wachsen. Diese Pflanzen werden nur gelegentlich ausgeschnitten. Man kann bei dieser Art Hecke unterschiedliche Blühzeiten und Blattfärbungen haben. Als dritte Form gibt es die immergrünen Hecken wie Lebensbaum, Scheinzypresse und Co. Diese Pflanzen können leicht geschnitten werden, wachsen aber auch meist schmal. Wird an der Straße viel Salz gestreut, würde ich davon abraten. Die Pflanzabstände richten sich nach den jeweiligen Pflanzen.

Wir haben zwei 1,70 Meter hohe Koniferen. Diese stehen nebeneinander in großen Behältnissen. Das ist schon das dritte Paar, das wir neu gekauft haben, weil die Vorgänger immer eingegangen sind. Wir haben die Erde gewechselt, nicht zu feucht, nicht zu trocken gehalten und ab und zu gedüngt. Trotzdem werden die Koniferen von innen nach außen braun und sterben ab. Woran liegt das?

Beim geschilderten Schadbild kann es sich um Schädlingsbefall handeln. Es können auch Pilzkrankheiten sein. Allerdings dürfte der Grund für das Absterben eher an der Kübelhaltung liegen. Das kann das Substrat sein, sehr wahrscheinlich aber die Feuchtigkeit.

Wir haben einen Blauglockenbaum im Kübel geschützt überwintert. Er ist diesen Sommer auf zweieinhalb Meter gewachsen, sodass wir ihn Anfang August ausgepflanzt haben. Danach verlor er jedoch alle Blätter. Die Astenden, an denen wir ihn etwas eingekürzt haben, sind etwa eineinhalb Zentimeter eingetrocknet. Treibt er wieder aus?

Empfindliche Gehölze, zu denen der Blauglockenbaum gehört, sollten immer im Frühjahr gepflanzt werden, damit sie über den Sommer Zeit haben, sich am Standort zu etablieren. Möglicherweise hat nach dem Pflanzen die Feuchtigkeit gefehlt. Es dauert eine ganze Weile, bis sich die Wurzeln aus dem Ballen in die umgebende Erde entwickeln und dann in der Lage sind, sich selbst zu versorgen. Jetzt kann man nur abwarten, ob er im Frühjahr wieder austreibt. Laubbäume haben nach diesem trockenen Sommer fast überall mit verfrühtem Blattfall reagiert, ohne dass sie eingehen müssen.

Seit Jahrzehnten ernte ich Quitten. Sehr selten war eine wurmstichig. Diesmal sind alle Quitten befallen. Der Verlust durch Faulstellen und vorzeitiges Abfallen war erheblich. Die Früchte musste ich umgehend verarbeiten, um überhaupt etwas davon verwenden zu können.

Es ist möglich, dass die Quitten vom Apfelwickler befallen sind . Meist sind kleine Beschädigungen an der Fruchtschale Ursache für eine größere Fäulnis wie Monilia. Bei der Bekämpfung des Pilzes ist es wichtig, alle befallenen Früchte zu entsorgen. Die Bäume müssen in der Krone luftig geschnitten werden und sollten regelmäßig auf gute Bodenbedingungen kontrolliert werden. Das heißt, neben Düngung muss bei Bedarf Wasser gegeben werden. Um gegen den Wickler vorzubeugen, sollten Sie die Überwinterungsmöglichkeiten kontrollieren. Das heißt, befallene Früchte dürfen nicht am Baum bleiben und müssen weggesammelt werden. Dabei können auch spezielle Fallen helfen.

In unserem Garten gibt es viele Wühlmäuse, die die Pflanzenwurzeln fressen. Was können wir dagegen tun?

Leider lassen sich Wühlmäuse dauerhaft schwer bekämpfen. Es gibt im Handel verschiedene Fallen. Der Erfolg hängt allerdings etwas vom individuellen Geschick ab. Zuerst sollte man eine Verwühlprobe machen, um festzustellen, ob der jeweilige Gang bewohnt ist. Wird er genutzt, ist er kurze Zeit nach der Öffnung wieder verschlossen. Dann kann man in so einem Gang eine Falle aufstellen. Dazu empfiehlt es sich, Handschuhe anzuziehen und den Bereich um die Falle dicht zu verschließen. Bei der Verwendung von Giftpräparaten ist es immer schwer, den Erfolg zu erkennen. Liegt das Grundstück allerdings in Nachbarschaft mit Feldern oder Waldstücken, werden immer wieder neue Wühlmäuse einwandern. gfl/rnw

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