Was Rasen und Pflanzen jetzt brauchen

Zum Saisonauftakt beantworteten Gartenfachleute beim FP-Telefonforum Leserfragen

Stück für Stück müssen Gärtner nun den Winterschutz entfernen, Beete säubern und gegen Schädlinge vorbeugen. Leser haben dazu viele Fragen. Gabriele Fleischer hat die wichtigsten Antworten zusammengefasst.

Wann muss ich von Rosen Stecklinge schneiden, um diese zu vermehren?

Schneiden sollten Sie nur gut ausgereifte einjährige Triebe in den Sommermonaten. Es ist nicht bei jeder Sorte sinnvoll, Stecklinge zu schneiden. Eine Kleinstrauchrose eignet sich vielleicht besser als eine Gewächshausrose. Sie müssen dafür eine Gewächshausatmosphäre schaffen: Stülpen Sie über den Steckling ein Glas oder führen Sie die Anzucht in einem Gewächshaus durch. So sorgen Sie für eine hohe Luftfeuchtigkeit, damit der Steckling nicht vor der Wurzelbildung vertrocknet.

Was kann ich jetzt für den Rasen tun?

Ist der Boden noch zu feucht, gar nichts. Es kommt auch darauf an, wie viel nach dem vergangenen trockenen Sommer überhaupt noch vom Rasen übrig ist. Ist kaum noch etwas da, sollten Sie vertikutieren, Reste herausnehmen, umgraben und mit neuer Erde auffüllen. Dann müssten Sie neu ansäen. Wurzelunkräuter, die sich ausgebreitet haben, sind auszustechen.

Auf meiner Wiese blühen Krokusse und Narzissen. Damit die Blütenpracht im nächsten Jahr erhalten bleibt, möchte ich beim Mähen keine Fehler machen. Wann kann ich mähen?

Sobald sie abgeblüht sind und das Laub abgetrocknet ist.

Lässt sich Moos kompostieren?

Ja. Aber wichtig ist, dass es mit anderen Materialien gemischt wird.

Ich bin mit meinen Himbeeren unzufrieden. Kann ich an gleicher Stelle neue Pflanzen setzen?

Das ist nicht zu empfehlen. Entweder Sie suchen einen neuen Platz, oder Sie müssen an alter Stelle die Erde austauschen. Sind die Pflanzen gestaucht, haben weniger Ertrag und weder Schädlinge noch Krankheiten, könnte Zeit für einen Wechsel sein. Dann empfehlen sich an dieser Stelle zum Beispiel Steinobst oder Gemüse.

Meine Erdbeerpflanzen sehen schon im zweiten Jahr degeneriert aus. Was tun?

Das ist von Ferne schwer zu sagen. Überprüfen Sie den Standort und zeigen Sie die Pflanze einem Fachmann. Sind es Milben, gibt es dagegen kein zugelassenes Mittel.

Was kann ich gegen den Erdbeerblütenstecher unternehmen?

Dagegen gibt es keine zugelassenen Mittel. Versuchen Sie es mit einer anderen Fläche.

Ich kultiviere seit den 1980er- Jahren die Erdbeersorte Korona. Jährlich erneure ich die Pflanzen durch Senker. Seit Jahren beobachte ich ein Dahinkümmern.

Pflanzen degenerieren mit der Zeit. Sie sollten nach so vielen Jahren neue Pflanzen kaufen und einen neuen Standort suchen.

Kann ich jetzt gegen Monilia spritzen? Wie gehe ich dabei vor?

Es gibt die Monilia-Spitzendürre in der geöffneten Blüte, bei der die Triebspitzen absterben. Die sollten bis zum gesunden Holz abgeschnitten werden. Eine Spritzung ist in die Blüte mit zugelassenen Mitteln möglich, maximal dreimal - zu Beginn, in der Mitte und zum Ende der Blüte. Zudem gibt es die Fruchtmonilia. Durch Verletzungen in der Schale entstehen dabei faulige Stellen an den Früchten. Dagegen sollten Sie Trockenfrüchte aus dem Vorjahr konsequent absammeln, die Krone luftig schneiden und wenn Früchte befallen sind, beseitigen. Oft hilft es auch, den Boden zu verbessern, beispielsweise mit Kompost. Manchmal fehlt Kali. Das ist aber wichtig, damit die Früchte haltbar werden. Ob das zutrifft, erfahren Sie bei einer Bodenprobe.

Seit einigen Jahren fressen an meinem Schneeballbaum kurz nach dem Laubansatz kleine schwarze Raupen fast alles kahl. Gift möchte ich nicht anwenden, da hier viele Singvögel leben. Gibt es Alternativen zum Absammeln?

Wir vermuten, dass es der Schneeballblattkäfer ist. Bekämpft werden kann er nur durch Spritzen. Sie könnten es mit Kernseifenlauge mit etwas Rapsöl versuchen oder mit Wasser abspritzen. Meist ist der Befall in einigen Jahren weg. Auch ein starker Rückschnitt könnte helfen.

Kann man eine alte Berberitzenhecke auf den kahlen Stock zurücksetzen?

Bei einer alten Hecke klappt es meist nicht. Eine jüngere Hecke übersteht einen starken Rückschnitt eher. Abhängig ist das aber von der jeweiligen Sorte. Ein Aufsetzen auf den Stock ist aber nur von Anfang Oktober bis Ende Februar möglich.

Mein Kirschlorbeer hat braune Blätter und Spitzen. Was ist das?

Sind Krankheiten auszuschließen, könnte es sich um einen Trockenschaden handeln.

Wann schneide ich Rispenhortensien?

Diese Hortensie blüht am einjährigen Holz, deshalb kann man sie jetzt zurückschneiden. Im Sommer blüht sie dann wieder.

Meine Tulpen bringen nur noch ein Blatt heraus, keine Blüten mehr. Was tun?

Man sollte die Tulpen im Frühjahr gut düngen, damit sie sich im nächsten Jahr kräftiger entwickeln können. Auch die Blumenzwiebeln brauchen in der Wachstumszeit viele Nährstoffe, die sie für die neue Saison einlagern können. Die Blätter sollten erst abgeschnitten werden, wenn sie gelb sind.

An unserer Grundstücksgrenze steht ein 60 Zentimeter hoher Bambus und breitet sich aus. Nun will ich ihn mit Pflanzen ergänzen. Welche eignen sich?

Dafür eignen sich nur starkwachsende Sträucher wie Hartriegel oder Flieder, auch Bäume wie Ahorn, Kiefer und Tanne. Wichtig ist aber auch zum jetzigen Zeitpunkt noch, eine Wurzelsperre einzusetzen, damit sich der Bambus nicht weiter ausbreitet. Stark wachsende Bambusarten können nämlich auch das Mauerwerk zerstören.

Mein Apfelbaum blüht jedes Jahr und setzt viele Fruchtstände an. Einen Monat vor der Reife Anfang August fallen die Früchte faul von innen heraus ab.

Entweder dem Baum fehlen Nährstoffe oder Wasser. Oder er hat zu viele Früchte angesetzt, die er in der Masse nicht versorgen kann. Schaffen Sie eine luftige Krone, schneiden Sie überaltertes Holz heraus und lesen Sie verfaulte Früchte ab.

Mein Pfirsichbaum hatte vergangenes Jahr auch faulige Früchte, Mumien und viele gekräuselte Blätter. Ich habe den Baum deshalb im Herbst zurückgeschnitten. In den letzten Wochen habe ich gespritzt. Was ist zu tun, wenn die Blätter wieder welk werden?

Das kann Blattlausbefall sein oder auch die Kräuselkrankheit. Dieser Pilz schwächt den Baum, Fruchtmenge und -qualität lassen dann nach. Sie können beim Knospenschwellen spritzen. Bei Läusen kann man Nützlinge fördern oder spritzen. Sind es nur die Triebspitzen, könnte man diese abschneiden und vernichten.

Ist es ratsam, Schalen von gespritzten Südfrüchten zu kompostieren?

Bis zu einer haushaltsüblichen Menge macht es nichts. Viel Schalenabfall von Südfrüchten sollte vermieden werden.

Meine Zaubernuss blüht nur, wenn ich im Spätherbst die Blätter entferne. Sie wirft die Blätter nicht allein ab.

Es kann durchaus sein, dass die Blätter mal nicht abfallen. Entfernen müssen Sie die Zaubernuss deshalb nicht.

Kann ich Scharbockskraut bekämpfen und kompostieren?

Nein. Sie sollten es runtermähen, ehe es Samen ansetzt.

Ich habe überall im Garten Rostpilze, so an der Stockrose und an den Johannisbeeren. Was kann ich dagegen tun?

Schaffen Sie gute Bedingungen für die Pflanzen. Düngen Sie nicht zu viel. Verwenden Sie Schachtelhalmbrühe oder spritzen Sie mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln. Vorbeugend ist das auch mit einem Milch-Wasser-Gemisch möglich.

Meine Gurken im Gewächshaus wachsen nicht. Die Blätter vertrocknen, sind wie Pergament. Woran liegt das?

Das wird wahrscheinlich die Spinnmilbe sein. Die Gurken brauchen von Anfang an Feuchtigkeit. Sie können sie zwischendurch einsprühen. Gegen die Spinnmilben ist es möglich, Nützlinge einzusetzen wie Raubmilben. Die kann man im Gartencenter oder im Internet bestellen.

Bekommt man Habichtskraut durch Vertikutieren weg?

Nein. Das sind Wildkräuter, die auf der Wiese da sind. Da hilft nur Ausstechen.

Kann ich jetzt noch Tomaten für die Anzucht aussäen?

Ja, bis spätestens Mitte April ist eine Vorzucht möglich - im Zimmer oder im Gewächshaus. Ab Mitte Mai nach den Eisheiligen setzt man die Tomaten ins Freie.

Muss ich meine Obstbäume mit Blaukorn düngen?

Besser ist es, jedes Jahr im Frühjahr ordentlich Kompost oder einen organischen Dünger zuzugeben.

Der Buchsbaum bleibt gefährdet

Erste Larven des Zünslers gibt es bereits im Elbtal: Das Landesamt rechnet in zwei Regionen mit starkem Befall

Mit den ersten Frühlingstemperaturen ist auch der Buchsbaumzünsler wieder in Sachsen aktiv. Temperaturen über sieben Grad Celsius reichen da schon aus. Erste Larven der gefräßigen gelbgrünen Raupe mit schwarzen Punkten wurden auf den Versuchsfeldern in Dresden-Pillnitz gesichtet. Karin Bernhardt, Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, rechnet wie im vergangenen Jahr vor allem in den Regionen Dresden und Leipzig wieder mit massivem Befall.

Die Raupen werden nur einige Zentimeter groß. Doch schon jetzt - im Anfangsstadium der Larven - sollten die Buchsbäume auf möglichen Befall kontrolliert, abgelesen oder gespritzt werden, so Bernhardt. Neben den Raupen sind auch einzelne zusammengesponnene Blätter Indiz für einen Befall. "Abhängig von den klimatischen Bedingungen können in hiesigen Regionen bis zu vier Zünslergenerationen auftreten, was bis zum Kahlfraß der gesamten Pflanze führt", sagt Bernhardt.

Verantwortlich für den Raubbau an den Buchsbäumen ist ein weißer Falter mit schwarzem Muster,, dessen Weibchen von Mai bis Juni Eier an den äußeren Blättern der Pflanze ablegen - bis zu 150 von einem Falter. Daraus schlüpfen die Raupen, die die Blätter und Rinde fressen. So geschädigte Pflanzenteile bekommen Pilzinfektionen und trocknen ein. Schlimmstenfalls wird das Gehölz braun und stirbt ab. Gespinste und befallene Blätter sollten abgeschnitten und umgehend entsorgt werden, sagt Wolfgang Friebel, ehemaliger Gartenmeister von Schloss Pillnitz. Sie werden in einem geschlossenen dunklen Müllsack einige Wochen in die Sonne gestellt, um die Schädlinge abzutöten. Größere Mengen sollten gehäckselt und im Hausmüll entsorgt werden, so Friebel. Beim akuten Befall im Dresdner Elbtal im vergangenen Jahr hätte sich der Einsatz von Präparaten mit dem biologischen Wirkstoff Bacillus thuringiensis als wirksam erwiesen. "Im Haus- und Gartenbereich sind damit Mittel wie Xen-Tari Raupen-Frei und Lizetan Raupen- und Zünslerfrei zugelassen. Sie dürfen aber nur bei dauerhaften Temperaturen über 15 Grad Celsius verwendet werden", sagt die Landesamtssprecherin. Zudem müsse die gesamte Pflanze gleichmäßig benetzt werden. Weiterhin keine Zulassung im Haus- und Kleingartenbereich gibt es laut Landesamt für Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Dimethoat, wie Bi 58. Wer dagegen verstößt, müsse mit Bußgeld rechnen, so Bernhardt. Zur Beobachtung des Falterfluges stellt das Landesamt sogenannte Pheromon-, also Lockfallen auf. rnw/gf

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