Bikertreffen ohne Wintertreffen

Nur die gut 100 Biker mit einem Schlafplatz in der Jugendherberge durften ins Schloss fahren. Davon waren vor allem die nicht sehr begeistert, die dafür hunderte Kilometer gefahren waren.

Augustusburg.

Im Schlosshof türmen sich mehrere Schneeberge. Nur vereinzelt verirren sich Gäste auf den Platz. Die für den Fall der Fälle georderten mobilen Toiletten sind eingeschneit, das gleiche Schicksal ereilte einen einzelnen Imbisswagen. Eigentlich sollte am Sonnabend das 48. Wintertreffen der Motorradfahrer stattfinden. Doch das Zweirad-Gipfeltreffen auf dem Schellenberg war am Donnerstag von den Schlossbetrieben und der Stadt Augustusburg witterungsbedingt abgesagt worden.

Ein Bikertreffen ohne Wintertreffen: Es wehte ein Hauch von Benzin und Motorenöl durch die Stadt. Unter den Hartgesottenen waren auch der Altenburger Jörg Hienzsch und Jörg Thiele aus Bärenstein. Beide hatten sich zum Motorradtreffen 1987 kennengelernt und treffen sich seitdem jedes Jahr im Januar in Augustusburg. Hienzsch hatte sich mit dem ETZ-Gespann bereits am Freitag aus der Skatstadt auf den Weg gemacht. Bezüglich der Absage schlugen bei ihm zwei Herzen in der Brust. "Es ist es vielleicht etwas übertrieben und schade sowieso. Auf der anderen Seite liegt schon enorm viel Schnee auf den Dächern", sagte Hienzsch. Sein Kumpel Jörg fuhr gewöhnlich mit dem DDR-Motorroller IWL Troll nach Augustusburg. Diesmal rückte er mit einem S51 an. "Dass die Sache abgeblasen wurde, kann ich nicht so richtig verstehen. Es ist schließlich ein Wintertreffen, da gibt es nun auch mal Schnee", sagte er. Er und der Altenburger gehörten zu den 100 Bikern, die sich in der Jugendherberge des Schlosses eingemietet hatten. Auch nur diese wurden von den Sicherheitsleuten auf den Berg gelassen.

Gezeltet wurde im Steinbruch. Dieser Bereich war von den Veranstaltern als Ausweich angeboten worden. Motorradfans aus nah und fern hatten sich dort mehr oder weniger häuslich eingerichtet.

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