Verwehrte Ost-Heldenehrung

Halle streitet um den Beinamen "Sigmund Jähn" für ein neues Planetarium

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88 Kommentare
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  • 17
    0
    Hirtensang
    24.02.2021

    Diese hier ins Feld geführten Experten sollten mal den Aufsatz von Friedrich Schorlemmer "Freund oder Feind? Wie Haß alle blind macht" vom 25.07.2018 lesen. Ich füge hinzu: "Oder Karrieregeilheit kurz vor der Landtagswahl"
    Sprachlosigkeit besteht, wie es möglich ist, dass Menschen aus den Parteien das Hemd ("Ein Ja" zu Jähn ausziehen) oder wechseln, als hätten sie nicht in der DDR gelebt. Außerdem frage ich mich, wie viele Jahre Menschen der DDR, die in Wissenschaft, Technik und Medizin große Leistungen vollbracht haben, weiter als Parias behandelt werden sollen. Meine Achtung gehört dem Schreiber des Kommentars.

  • 19
    0
    kartracer
    24.02.2021

    Und wieder haut der politische Hintergedanke, in die schon beachtlich große Kerbe des "vereinten ??" Deutschlands.
    Wenn nicht Sigmund Jähn bei den Russen zum Weltraum Programm gehört hätte, mit besten Beziehungen, wäre dann wohl Ulf Merbold als "Westdeutscher" von Baikonur aus, ins All geflogen?
    @Sabine1958, fragen Sie ihn, aber dazu auch gleich die Bundeskanzlerin, und ihrer Karriere in der DDR!!
    Ich glaube, mir ein Urteil über Sigmund erlauben zu können, ich kannte ihn persönlich als einen ganz tollen Menschen, und das in jeder Beziehung.

  • 13
    2
    ÄRainer
    24.02.2021

    Meiner Meinung nach liegt das an einem großen Teil der Ostdeutschen selbst. 1989 war alles Scheiße in der DDR , Stasi und Grenzregime ... Nur der Sandmann und das Ampelmännchen waren gut. Ich kann mich sehr gut erinnern! Es ging eigentlich nur um die Deutsche Mark! Und das Klagelied über das beschissene Leben im Osten haben die Westdeutschen abgespeichert. Dies schlägt immer wieder durch. Wir wurden nicht vereinigt sondern kamen dazu! Und dadurch bestimmen die westdeutschen Sender ZDF, ARD und Zeitschriften die Wertigkeiten u.a. von " Persönlichkeiten".

  • 17
    1
    ChWtr
    24.02.2021

    Ja, klapa - aber was für eine.

    Eigentlich zum fremdschämen, wenn man sich nicht allseitig gemein macht mit all' den Medien und sogenannten Entscheider.

    Halle hat sich mit dieser "Diskussion" einen Bärendienst erwiesen und gleichzeitig die Ostdeutsche Stimme in der Mitte DE ohne Not geschwächt.

  • 20
    0
    klapa
    24.02.2021

    Sie sind in Ihrer Kritik bestätigt worden, Herr Moritz.

    Gestern Abend 23.02., 20.00 Uhr ARD-Tagesschau - der Osten findet nicht statt.

    Schurs 90.Geburtstag war keine Meldung wert.

    Was für eine Arroganz und Ignoranz.

  • 47
    3
    Bautzemann
    23.02.2021

    @sabine1958: Zu ihrem Beitrag müsste sich jedem ehemaligen DDR- Bürger der Brechreiz ankündigen. Sie gehören zweifelsfrei zu den Menschen, die die DDR nur mit Stasi und Unterdrückung kennzeichnen. Hier haben aber 40 Jahre lang Menschen mit sehr unterschiedlichen Biografien gelebt, gearbeitet, sich gebildet und in der Gesellschaft artrangiert. Die DDR war mehr als Stasi! Eines ist unumstritten und ärgert sicher manchen Zeitgenossen. Siegmund Jähn war der erste Deutsche im Weltall, Punkt. Er wurde Generalmajor und leistete einen Fahneneid, genau wie der Generalmajor in der BRD. 30 Jahre nach der Übernahme der DDR durch die BRD, andere sagen Beitritt zum Gebiet des Grundgesetz, ist es mehr als brüskierend, wenn ehemalige, prominente Persönlichkeiten keine entsprechende Würdigung erfahren. Achso, die waren ja alle Stasi!

  • 4
    51
    Sabine1958
    23.02.2021

    Sehr geehrter Herr Moritz,
    dass Sie sich für Prominente aus DDR-Zeiten einsetzen, ist zunächst keineswegs zu kritisieren. Wenn aber gewählte Stadträte genauer über das Wirken und Verhalten der prominenten Person bei sich wissenschaftlich tätigen und anerkannten Institutionen erkundigen, ist dies nicht nur ihr gutes Recht sondern auch verantwortungsvolles Handeln. Es ist eben keinesfalls so, wie Sie es in dem ersten Kommentar lesen können, dass es egal ist , welchem System und auf welche Weise ein zu Ehrender gedient hat. Sollte Herr Jähn, der selbstverständlich zumindest ein systemtreuer Mitläufer eines diktatorisch Systems war, auch noch mittels Berichten an die Stasi als GM oder IM Mitmenschen denunziert haben, wäre aus meiner Sicht eine solche Ehrung verwerflich. Sollte ein solches Handeln aber nicht zweifelsfrei nachweisbar sein, sollten der Stadtrat oder auch die Einwohner von Halle entscheiden, ob man den Namen des Fliegerkosmonauten weiterhin ehrt oder nicht.

  • 58
    2
    Frima715
    23.02.2021

    Sehr geehrter Herr Moritz, Ihren Ausführungen kann ich nur zustimmen. Es ist wirklich eine Schande, worüber sich in Halle gestritten wird. Jeder bekannte Mensch hat doch wohl seinem System gedient, dass ihn unterstützt hat. Das ist heute nicht anders. Auch in sogenannten Unrechtsstaaten (wer bestimmt das eigentlich?) werden Leistungen erbracht, die herausragend sind. Und es gab auch in der DDR nicht nur "gute" Widerstandskämpfer und "böse" Systemtreue. Es gab Menschen, die ihr Leben bestreiten wollten und dabei das bestmögliche daraus gemacht haben. Sich entwickeln zu wollen und das beste zu leisten, was man kann, ist menschlich, egal welches politische System herrscht. Sich Jahrzehnte danach hinzustellen und auf alle, die eine große Leistung erbracht haben, nur im falschen System aufgewachsen sind, mit dem Finger zu zeigen, ist erbärmlich und überheblich.