Arbeitsagentur bald per Smartphone erreichbar

Die Agentur für Arbeit hat ihr Online-Angebot massiv ausgebaut. Infolge der Pandemie können viele Anträge jetzt daheim am Rechner gestellt werden.

Freiberg.

Berufsberatung per Videogespräch, Arbeitslosmeldung via Selfie und Online-Antrag auf Kurzarbeitergeld - die Agentur für Arbeit Freiberg hat angesichts der Coronapandemie ihre digitalen Kanäle stark ausgebaut. "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mussten im Frühjahr 2020 von heute auf morgen stärkenorientiert neue Aufgaben in der Telefonie, der Antragsbearbeitung oder der Beratung übernehmen" erinnert sich Susan Heine als Vorsitzende der Geschäftsführung der Freiberger Arbeitsagentur.

Seit März vorigen Jahres seien persönliche Kundenkontakte in den Dienststellen nicht mehr der Normalfall. Stattdessen werde telefoniert, E-Mail geschrieben und via Skype Kontakt gehalten. Oberste Priorität habe nach wie vor die Auszahlung der Leistung, so Heine.

Die Bundesagentur für Arbeit habe beispielsweise die Videokommunikation in die Berufsberatung eingebunden. Für Arbeitslosmeldungen von zu Hause aus sei das Selfie Ident Verfahren entwickelt worden: "Die persönliche Identitätsprüfung ist dann zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen." In Kürze stehe Arbeitsuchenden auch eine Kunden-App zur Verfügung, mit der sie via Smartphone die Arbeitsagentur kontaktieren können.

Aber auch für Unternehmen seien Erleichterungen entwickelt worden. So habe die Bundesagentur seit Oktober 2020 einen weiteren digitalen Zugangskanal für Kurzarbeitergeld; bisher mussten die Anträge schriftlich gestellt werden. Ebenfalls seit Oktober 2020 könnten Arbeitgeber in der Online-Bewerberbörse potenzielle Mitarbeitern suchen.

Die Agentur hatte bereits vor der Coronakrise ein umfangreiches Online-Angebot, betont Heine. Seit 2016 habe die Internetseite www.arbeitsgentur.de einen elektronischen Service geboten: "Aber auch wir müssen uns den Bedürfnissen unserer Kunden anpassen." So habe die Agentur für ihre Beschäftigten, bedingt durch die Kontakteinschränkungen, mehr mobiles Arbeiten angeboten und ihre "Homeoffice"- Kapazitäten massiv ausgebaut.

Die Dynamik der Digitalisierung insbesondere seit Mitte 2020 habe die Agentur überrannt, räumt die Vorsitzende der Geschäftsführung ein: "Null Meter Anfahrt, keine Wartezeit, schnell und einfach kommunizieren, das erwarten unsere Kundinnen und Kunden." In den letzten Monaten habe sich im Onlineangebot viel getan, und die Weiterentwicklungen für die Kunden erleichtere auch den eigenen Beschäftigten die Arbeit. Die so eingesparte Zeit werde zum Beispiel in der Leistungsbearbeitung eingesetzt, sagt Heine: "Was sich in der Krise bewährt hat, wird künftig Standard sein."

Die Freiberger Agentur erhält nach den Worten ihrer Chefin auch von regionalen Unternehmen "sehr viel positives Feedback für unsere Flexibilität in der Beratung und die zügige Bearbeitung gerade des Kurzarbeitergeldes". Die Schulung der eigenen Mitarbeiter erfolge aktuell ausschließlich via Skype. "Des Weiteren haben wir eine interne Lernplattform", so Heine, "hier kann jeder Beschäftigte selbst nach Angeboten zur Qualifizierung suchen und diese dann in Absprache mit seinem Vorgesetzten eigenständig am Arbeitsplatz abarbeiten."

Die Bundesagentur hatte eigenen Angaben zufolge bereits 2019 fast 124 Millionen Online-Besucher. Im Dezember 2019 seien fast 44 Prozent aller Anträge auf Arbeitslosengeld digital gestellt und knapp 82 Prozent aller Betriebsnummern online vergeben worden.

Eine Übersicht über die digitalen Angebote der Bundesagentur gibt es im Internet unterwww.arbeitsagentur.de/ kannsteklicken

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