Das Freiberger Rathaus

Freiberg.

Das spätgotische Rathaus gehört zu den wertvollsten Profanbauten der Freiberger Altstadt. Das erste Rathaus wurde an gleicher Stelle im 13. Jahrhundert errichtet. Im Mittelalter befanden sich im Erdgeschoss die Ratswaage und die Brotbänke. Zwischen 1429 und 1442 wurde an der Westseite der heute noch vorhandene Turm gebaut. 1470 bis 1474 entstand ein Neubau in Form eines lang gestreckten, rechteckigen und zweigeschossigen Gebäudes. Das gotische Steildach wurde 1857 durch das noch vorhandene niedrige Satteldach ersetzt. Aus dieser Zeit stammen auch die historistischen Renaissancegiebel. Die Dachaufbauten (Zwerchhäuser) fügte man 1920 hinzu.

Die Marktfront wird durch den vorgesetzten quadratischen Turm und den 1578 geschaffenen Erker betont. Aus dem Giebel des Erkers schaut der Kopf eines Geharnischten, der als Kunz von Kauffungen gedeutet wird. Der Prinzenräuber saß in einer Kerkerzelle im Keller des Rathauses, bevor er 1455 auf dem Obermarkt hingerichtet wurde.


Ein architektonisches Kleinod ist die Lorenzkapelle im Turm. Sie ist geschmückt von einem vielgliedrigen Innenportal, das von einem Rankenwerk mit Lilien umgeben wird. Von 1983 bis 1993 wurden Wandmalereien aus der Entstehungszeit freigelegt und restauriert.

Die Bedeutung der an der südwestlichen Ecke des Rathauses befindlichen drei Kreuze, die mit Erz ausgelegt sind, ist nicht genau bekannt. Sie werden als die eigentlichen Wahrzeichen der Stadt gedeutet. Die letzte große Sanierung fand 1997 bis 2000 statt. Im Jahr 2018 erhielt das Rathaus wieder seine historische Farbgebung mit grau-schwarzen Elementen. (eva)

 

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