Das packt Bobritzsch 2020 an

Gleich mehrere große Bauprojekte will die Gemeinde stemmen. Sorgenkind des Bürgermeisters bleibt die Nahversorgung.

Bobritzsch-Hilbersdorf.

Bauprojekte und ein großes Fest werden das Gemeindeleben in Bobritzsch-Hilbersdorf in diesem Jahr prägen. Er persönlich freue sich sehr auf die Einweihung des Neubaus der Kindertagesstätte in Niederbobritzsch, sagte Bürgermeister René Straßberger: "Das ist das erste Projekt, das ich in meinem Amt vom ersten Spatenstich bis zum Schluss begleiten durfte." Die Arbeiten lägen unwesentlich hinter dem Plan, der eine Fertigstellung im Februar vorgesehen hatte. Jetzt gehe man von März aus.

Turnhallen: Mit 305.000 Euro das derzeit größte Bauprojekt ist der Anbau an die Turnhalle der Grundschule in Hilbersdorf. Straßberger geht von einem Baustart im Frühjahr und einer Laufzeit von rund fünf Monaten aus. Fördermittel seien bewilligt. Es entstehen neue Geräteräume, Sanitärbereiche sowie ein Vereinsraum für den Hilbersdorfer Sportverein.

Für ein weiteres Großprojekt wurde der Antrag auf Fördermittel gestellt, allerdings noch nicht bewilligt: Hinter der Oberschule Niederbobritzsch soll eine neue Turnhalle errichtet werden. "Es könnte schon in diesem Jahr losgehen, sollte der positive Bescheid kommen", sagt Straßberger. Die Sportbedingungen für die Schüler seien derzeit alles andere als optimal. 3 Millionen Euro könnte der Turnhallenneubau kosten. Die alte Halle soll aber erhalten bleiben. Die Gemeinde habe dafür eine Arbeitsgruppe gebildet, die nun ein Jahr lang Ideen entwickelt.

Digitale Entwicklung der Schulen: Eine Förderung in Höhe von 282.000 Euro durch Bund und Land steht für die digitale Entwicklung der Grundschulen in Naundorf, Hilbersdorf und Oberbobritzsch sowie der Oberschule Niederbobritzsch zur Verfügung. "Das meiste davon wird benötigt, um alle Etagen der Schulen medial zu erschließen", so Straßberger. "20 Prozent werden zur Anschaffung von Endgeräten genutzt." Vordringlich sei es aber, zunächst einmal einen Standard bei Lan und W-Lan aufzubauen.

Mensa, Erbgericht und Bibliothek: Der Anbau an der Mensa der Oberschule Niederbobritzsch nimmt Gestalt an. Kosten: rund 200.000 Euro. Eine Teilsanierung erwartet das historische Erbgericht in Oberbobritzsch. Hier werden unter der Maßgabe des Denkmalschutzes die restlichen Fenster erneuert, die Elektrik modernisiert und die Fassade stellenweise neu verputzt. Für die barrierefreie Nutzung wird die Bibliothek in das untere Geschoss verlegt. Insgesamt sind dafür etwa 95.000 Euro vorgesehen. Straßenbau: Gemeinsam mit dem Abwasserzweckverband steht die Straßensanierung in der Viertsiedlung in Niederbobritzsch im Plan. "Wir sind froh, dass wir im Dezember die Zustimmung der Leader-Förderkommission erhalten haben", so der Bürgermeister. So könnten die eigenen Arbeiten mit denen des Zweckverbandes kombiniert werden. Neben der Erneuerung der Straßendecke entstehe ein Notgehweg. Zudem sei eine energieeffiziente Straßenbeleuchtung vorgesehen.

Nahversorgung: Er reflektiere immer wieder seine Wahlversprechen aus dem vergangenen Jahr, sagt René Straßberger. Eines davon sei schwer umsetzbar: die Nahversorgung. Zwar gebe es jetzt die Möglichkeit, sich mit einem Bus zum Einkaufen nach Niederbobritzsch fahren zu lassen, doch werde dieses Angebot selten genutzt. Einen Markttag habe er noch nicht einrichten können, doch will er in diesem Jahr ein Pilotprojekt anschieben, so Straßberger.

Bauland: Bei der Schaffung von Wohnbauland sei die Gemeindeverwaltung sehr aktiv. "Wir kümmern uns um Flächen, die schnell umgewandelt werden könnten", sagt Straßberger. Dennoch sei es eine Herausforderung, denn seiner Meinung nach können bei solchen Verfahren zu viele Stimmen mitreden, darunter die umliegenden Städte oder Gemeinden, ebenso der Naturschutz. "Das zieht die Verfahren lange hin", meint Straßberger. "Hier würde ich mir mehr Selbstbestimmung wünschen." Man entwickle ja die eigene Gemeinde nicht kaputt.

In Bezug auf die Förderung von Maßnahmen wünscht sich René Straßberger ein freieres Handeln der Kommunen. Die Pauschale von 70.000 Euro jährlich für Gemeinden im ländlichen Raum gehe in die richtige Richtung, doch sei die Höhe nicht ausreichend. Kopfzerbrechen bereite ihm derzeit vor allem die Frage der Straßenbeleuchtung in den Ortsteilen. In die Lösung des Problems investiere man sehr viel Energie, doch fehlten die Firmen, um für Instandhaltungen zu sorgen. Jubiläen: Kultureller Höhepunkt wird ein Festwochenende vom 18. bis 21. Juni sein. Dann werden gleich mehrere Jubiläen in Niederbobritzsch gefeiert: 145 Jahre Feuerwehr, 300 Jahre Gasthof "Goldener Löwe", 25 Jahre Edeka-Markt sowie 30 Jahre Deutsche Einheit. Hinzu kommt das 8. Bobritzschtaltreffen. Das Programm dafür stehe fest. "Über zehn Vereine und Einzelpersonen bringen sich in die Vorbereitungen ein, und zwar ehrenamtlich. Das ist eine ganz tolle Sache."


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