Die Schatzhüter von Sayda

In der Bergstadt wird ein Jubiläum gefeiert: Vor 25Jahren öffnete das Heimatmuseum im Ort. Gottfried Krönert hat sich mit Hilfe vieler Geschichtsfreunde einen Lebenstraum erfüllt und fast 7000 Raritäten zusammen getragen.

Sayda.

Das kleine Fachwerkhaus am Stadtrand von Sayda sieht idyllisch und einladend aus. Doch niemand, der sich in der Bergstadt nicht auskennt, wird vermuten, dass hier in 17 Räumen rund 7000 Ausstellungsstücke den Besucher erfreuen.

Die ältesten Exponate stammen aus dem 13. Jahrhundert und erzählen von der Geschichte der Stadt. Dazu kommen unter anderem ein Schlafzimmer von 1880 mit Strohmatratzen, eine Wohnküche von 1920 , die Darstellung des traditionellen Handwerks in Sayda und vieles, vieles mehr. Doch den Raum mit den Modellen der Kirche Saydas und des alten und neuen Rathauses sowie der Postmeilensäule von 1728, die aus den geschickten Händen des Neuhauseners Harald Dittrich stammt, sollte der Besucher genau betrachten.

Die jungen Gäste, die vor allem aus der Grundschule oder der Jugendherberge ins Museum kommen, interessieren sich mehr für die tollen Uniformen eines Grenadiers, Feuerwehrmann oder Eisenbahners. "Da dürfen sie schon einmal die Mütze aufsetzen oder die Jacke anziehen. Der große Schal eines Fuchses ist eigentlich das beliebteste Ausstellungsstück für die Kinder, die sich freuen, dass sie hier einmal etwas in die Hand nehmen können und da sind wir ja überhaupt nicht kleinlich", erzählt Jürgen Frei. Er betreut seit fünf Jahren mit Werner Kahnt und Volkmar Herklotz das Museum.

"Vor 25 Jahren haben die Einwohner unserer Stadt, aus dem umliegenden Gemeinden oder auch Bürger, die durch Mund zu Mund Propaganda von unserem Museum erfuhren, kleine und große Dinge hierher gebracht und dies alles ohne ein Entgelt zu bekommen", erzählt Volkmar Herklotz. Es sei Wahnsinn, welche Arbeit sich da Gottfried Krönert gemacht habe, dies sei nicht hoch genug einzuschätzen, so Herklotz.

"Diese Schätze im Museum haben mehr als 1500 Besucher im Jahr verdient", urteilt Werner Kahnt. Er betont, dass ihnen bei vielen Herausforderungen noch eine große Anzahl von Helfern vom Erzgebirgszweigverein und weitere Bürger der Bergstadt zur Seite stünden.

Jeden Montag treffen sich die drei, um in "ihrem" Museum die Ausstellung etwas zu verändern und vor allem den Dachboden so aufzubereiten, das er in Zukunft auch für die Besucher zugängig gemacht werden kann. In den fünf Jahren hat sich das Trio, welches das Museum früher eigenen Worten zufolge "nur flüchtig" kannte, schon mit den vielen Ausstellungsstücken vertraut gemacht. Sie haben sich förmlich in die Historie der vielen Gegenstände hineingekniet und sogar in einige Gegenstände regelrecht verliebt. So unter anderem in die Landschaftsbilder und Stadtansichten des akademischen Malers Kurt Preißler aus Sayda, der in Dresden studierte und zu dessen Ehren der Malerweg in der Bergstadt entstand.

Die drei Saydaer haben noch Visionen. So möchten sie neben dem Gebäude eine Wiese anlegen, wo alte landwirtschaftliche Geräte ihren Platz finden sollen. Da hoffen sie auf die Unterstützung der Stadt, die schon bei vielen Dingen geholfen hat.

Das Haus an der Dresdner Straße 78 war 1508 als Armenhaus erbaut worden. Erst ab 1945 wurde es städtisch genutzt und diente bis Anfang der 1980er Jahre als Wohnhaus. Dann stand es einige Jahre leer. In der Wendezeit stand die Frage-Abriss oder wie weiter? Der Erzgebirgszweigverein unter Gottfried Krönert konnte den Stadtrat für das Museums-Projekt überzeugen. 1993 wurde es nach einer relativ kurzen Bauphase fertiggestellt. Wenig später fanden die ersten Ausstellungsstücke ihren Platz im Gebäude.

Feierstunde: In der Hospitalkirche in Sayda findet am Sonnabend, dem 30. Juni 2018 um 16 Uhr eine kleine Feierstunde zum 25-jährigen Bestehens des Museums statt. Zugleich wird anlässlich des 50. Todestags des Malers Kurt Preißler dem Saydaer gedacht. Wer anschließend das Museum besichtigen möchte, kann sich im Bürgerbüro im Saydaer Rathaus anmelden.

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