Großer Andrang zur letzten Blutspende

Zentrale am Krankenhaus schließt - Schwestern tragen schwarze T-Shirts

Freiberg.

Zum letzten Mal hatte die Blutspendezentrale am Freiberger Kreiskrankenhaus am gestrigen Montag zur Blutspende eingeladen und die Spender erschienen zahlreich. Um ihre Trauer kundzutun, trugen die vier Schwestern schwarze T-Shirts.

Als einer der ersten Spender zum Finale war Tino Römmler aus Halsbrücke gekommen. "Das ist heute meine 86. Spende für das Krankenhaus. Ich dachte, ich habe eine seltene Blutgruppe, die bestimmt dringend gebraucht wird", erklärte der Spender. Er könne sich noch gar nicht vorstellen, dass ein Krankenhaus wie Freiberg keine eigene Blutspendeabteilung mehr hat. Wo er künftig seinen Lebenssaft spenden wolle? "Überhaupt nicht mehr, schon aus Protest."

Das Kreiskrankenhaus Freiberg konnte jahrelang den Eigenbedarf an Blutkonserven decken. Viele Spender kamen bewusst hierher. Alle Versuche, die Abteilung zu retten, scheiterten. Zum 30. Juni schließt die Station ihre Türen, der Betrieb wird komplett eingestellt.

Hauptgrund für die Schließung ist die Tatsache, dass es nicht gelungen ist, eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für die zum 31. März ausgeschiedene Dr. Anna Machacova zu finden. Dr. Klaus- Dieter Paul und Karin Luther, die aus dem Ruhestand zurückgeholt wurde, haben in der Übergangszeit die Abteilung kommissarisch geleitet. (mer/wjo)

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