Großhartmannsdorf in den Augen der Frauen

Wo Frauen sind, herrscht Leben. Eine Umfrage in den vier Ortsteilen der Erzgebirgsgemeinde zeigt, wo noch Potenzial steckt.

Großhartmannsdorf.

Eines der Ergebnisse im kürzlich beschlossenen Gemeindeentwicklungskonzept von Großhartmannsdorf ist, dass heute in der Gemeinde vor allem Frauen zwischen 15 und 45 Jahren fehlen, weil in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich viele Frauen weggezogen sind. Insgesamt ist die Bevölkerung seit dem Jahr 2000 um ein Sechstel zurückgegangen. Daraufhin hat "Freie Presse" in den vier Ortsteilen Frauen befragt, was ihnen gefällt und was ihnen fehlt. Das war zwar an einem Mittwochvormittag in den Ferien nicht einfach, ist aber gelungen. (mit cor)


Drei Gaststätten, dafür grauenhafte Busverbindungen: Was Großhartmannsdorferinnen schätzen und bemängeln

Conny Klötzer, Köchin aus Großhartmannsdorf: Ich bin hier aufgewachsen und freue mich jeden Tag, wenn ich von meiner Arbeitsstelle in Seiffen wieder nach Hause komme. Wir haben in Großhartmannsdorf mit dem Norma Markt, mit Bäcker, Fleischer, Friseur, Sparkasse und Apotheke eigentlich alles, was man zum Leben braucht. Auch Ältere können alles erreichen. Mit drei Gaststätten und einem großen Badeteich gibt es außerdem Freizeit und Erholung praktisch vor der Tür.

Mona Richter, Produktionsarbeiterin aus Großhartmannsdorf: Ich habe 1990 in den Ort eingeheiratet und bin sehr froh darüber, hier zu leben. Der Badeteich mit freiem Eintritt und Parkmöglichkeiten bietet vielen Gästen ein tolles Erholungsangebot. In meiner Freizeit spiele ich in einer Volleyballmannschaft, ansonsten fehlen Angebote für uns Junggebliebene. Am Sportplatz hatten wir früher mal eine Kegelbahn, die ist leider in Vergessenheit geraten und nicht mehr nutzbar.

Melanie Uhlig, Erzieherin aus Großhartmannsdorf: Ich bin vor zwei Jahren aus Pfaffroda hierher gezogen und habe so meinen Arbeitsweg nach Freiberg halbiert. Mittlerweile arbeite ich in der Kindertagesstätte "Bärenstark" im Ort. Ich bin hier glücklich und zufrieden. Man wohnt dörflich mit viel Natur. Dank der durch den Ort führenden Bundesstraße 101 ist man schnell mal in Freiberg oder auch Dresden. Ein gute ärztliche Versorgung ist ein weitere Pluspunkt von Großhartmannsdorf.

Marlen Weißgerber aus Niedersaida absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr: Ich finde das Leben auf dem Land mit viel Natur ringsherum wunderbar. Vor ein paar Wochen haben wir einen Jugendclub eröffnet. In meiner Freizeit spiele ich gern in unserer Sporthalle Volleyball. Leider sind oft zu wenige Spieler da. Vereinsfeste wie das Vogelschießen sind Höhepunkte im Dorfleben. Leider sind die Busverbindungen einfach grauenhaft, ich mache gerade den Führerschein, um flexibler zu sein.

Ines Einhorn, Friseurin aus Mittelsaida: Ich bin hier geboren und habe einen großen Freundeskreis. Seit 1988 betreibe ich als Friseurmeisterin einen eigenen Salon und habe damit viel zu tun. Ich bin froh, wenn ich abends und am Wochenende mal ins Dorf komme. Schön, dass wir hier eine Grundschule mit Hort haben und seit kurzem in der ehemaligen Gemeinde ein Dorfgemeinschaftshaus auch für die Jugend existiert. Leider fehlen Radwege, die in andere Gemeindeteile führen.

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