Industriegebiete machen sich bezahlt

In Freiberg Ost und Muldenhütten sind mehr als 1000 Beschäftigte tätig. Der Betreiber-Zweckverband hat im vorigen Jahr gut 1,3 Millionen Euro Steuern eingenommen.

Bobritzsch-Hilbersdorf.

Wenn René Straßberger in diesen Tagen durch das Gewerbe- und Industriegebiet Freiberg Ost fährt, sieht er noch relativ viele Fahrzeuge auf den Parkplätzen der 18 Firmen stehen. "Trotz der Corona-Krise sind offenbar noch viele Beschäftigte auf Arbeit. Mir liegt auch keine Information vor, dass ein Betrieb die Produktion still legen will", kommentiert der Bürgermeister von Bobritzsch Hilbersdorf seine Beobachtung.

Der CDU-Politiker ist Chef des Zweckverbands Gewerbe- und Industriegebiet Freiberg Ost, zu dem auch das Industriegebiet Muldenhütten gehört. Der Zweckverband besteht aus der Gemeinde Bobritzsch-Hilbersdorf und der Stadt Freiberg. 2019 haben beide Partner laut Straßberger mehr als eine Million Euro an Gewerbe- und nahezu 300.000 Euro Grundsteuern von den 25 Firmen mit insgesamt mehr als 1000 Beschäftigten erhalten.

Das Geld wird halbe-halbe geteilt, ebenso wie die Umlage von 316.000 Euro, mit der sich beide Kommunen 2019 an den Kosten für den Zweckverband beteiligt haben. In diesem Jahr soll die Umlage auf 312.000 Euro sinken. Zugleich ist ein Abbau der Verbindlichkeiten des Verbands um rund 600.000 Euro auf etwa 1,9 Millionen Euro geplant.

Die Schulden waren vor allem gemacht worden, um die Gewerbeflächen herrichten zu können. Aktuell laufen nach den Worten des Vorsitzenden dazu noch zwei Baumaßnahmen in Freiberg Ost. So soll Ende April der erste Teil des Baufeldes 5/6 fertiggestellt sein: "Aufgrund der günstigen Witterung liegen wir mit den Baumaßnahmen sehr gut im Plan." Für den zweiten Bauabschnitt soll im zweiten Quartal 2020 eine Ausschreibung gestartet werden.

Zudem werde das Gelände auf dem Baufeld 3/1 eingeebnet, um es besser vermarkten zu können. Aufgrund der Hanglage gebe es hier einen Höhenunterschied von etwa fünf Metern. Nach der Fördermittelzusage Ende September vorigen Jahres wird hier seit November planiert; Mitte Mai dieses Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Auf Grund der Nachfrage rechnet Straßberger damit, dass das Gebiet Freiberg Ost im nächsten Jahr zu 100 Prozent ausgelastet sein wird. Beispielsweise habe die Firma Asglaform im Juli 2019 mit dem Bau eines Betriebsgebäudes begonnen, zwei Firmen planten Erweiterungen, und es gebe zwei ansiedlungsinteressierte Unternehmen.

Die große Halle der insolventen Solarworld Solar GmbH sei 2019 an die JT Energy Systems GmbH verkauft worden. Dabei handele es sich um ein Joint Venture der Jungheinrich AG aus Hamburg und der Triathlon Holding GmbH aus Glauchau für die Produktion und Wiederaufarbeitung von Lithium-Ionen-Batteriesystemen.

Das Objekt der ehemaligen Großbäckerei allerdings stehe weiterhin zum Verkauf und lasse sich nur schwer vermarkten, so Straßberger.


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