Junger Künstler geht seinen Weg

Für Maximilian Koch steht fest: Er will von seiner Kunst leben. Der Anfang seiner Laufbahn ist vielversprechend.

Hochkonzentriert widmet sich Maximilian Koch seiner Aufgabe. Für eine Ausstellung in den Räumen der Sparkassen-Hauptfiliale an der Freiberger Poststraße, die bis zum 17. September zu sehen ist, hat er eine Auswahl aus seinen zahlreichen Arbeiten getroffen. Nun ist er dabei, diese so an die Schauwände zu hängen, dass sie einen nachvollziehbaren Kontext bilden.

Landschaftsgemälde, farbig und stimmungsvoll, müssen zueinander passen, Grafiken mit mythologischen Anspielungen ebenso, oder Zeichnungen von Figuren, Personen. Die Bilder präsentieren einen jungen Künstler am Anfang seiner Laufbahn, legen ein erstes Zeugnis ab vom Findungsprozess, der unausweichlich ist, will man einst mit Kreativität und eigenem Stil sein Geld verdienen.


Und genau das hat Maximilian Koch vor, auch wenn er sich über die Schwierigkeiten dabei im Klaren ist. Doch wenn man den jungen Mann vor sich sieht, dann weiß man auch, dass er sich bewusst für den schweren Weg entschieden hat, die Steine und Krater, die ihn auf seiner Wanderschaft durch das Leben erwarten, in Kauf nimmt, um sein Ziel zu erreichen.

Gerade einmal 22 Jahre alt ist Koch, geboren in Frankenberg, aufgewachsen in Freiberg. Dort besuchte er zunächst die Montessori-Grundschule, wechselte später auf das Geschwister-Scholl-Gymnasium. Dass er Künstler werden will, stand für ihn schon sehr früh fest. "Ich bin einfach damit aufgewachsen", sagt er, und deutet damit unter anderem auf den Beruf seiner Mutter, die seit vielen Jahren in Freiberg eine erfolgreiche Galerie betreibt. "Kunst war stets ein Teil meiner Freizeit", sagt Maximilian Koch. "Das wurde mit den Jahren immer intensiver, und irgendwann stellte sich mir die Frage: Was kann ich eigentlich und habe ich Lust dazu, das auszubauen?" Mit 15 Jahren schon begeisterte er sich zudem für Kunstgeschichte, fand in den Arbeiten von Salvador Dalí erste Inspirationen. Später waren es eher die traditionellen Meister wie Rembrandt und Adolph Menzel, aber auch zeitlich nähere wie Werner und Angelika Tübke, die ihn beeinflussten. Im Moment sieht er sich weiterhin noch mehr durch Romantiker denn die Moderne inspiriert.

Schon in seinem Abiturjahr absolvierte Koch die Eignungsprüfung an der Kunsthochschule Halle auf der Burg Giebichenstein. Erste Hürde war dabei die "Mappenprüfung", bei der vorgelegt werden musste, was man bereits geschaffen hatte. Als Koch diese bestanden hatte, musste er drei Tage lang verschiedene Aufgaben in den Bereichen Zeichnen, Malen sowie Plastische Darstellung ausführen. Am Ende stand die erfolgreiche Aufnahme an der Schule, wo er ab dem Wintersemester 2016 zunächst Kunstpädagogik belegte. "Allerdings habe ich schon zu Beginn damit geliebäugelt, in die reine Kunst zu wechseln", gesteht er. "Kunstpädagogik bot erst einmal eine gewisse Sicherheit, doch fragte ich mich, ob ich das wirklich will." Seit dem Wintersemester 2018 wagt er den Schritt in eine Klasse für Zeichnen, Malen und Druckgrafik. Regulär muss er noch drei Jahre studieren, dann steht das Diplom. Und danach? "Ich hoffe, Fuß zu fassen", sagt Maximilian Koch. "Aber das wird kein strikter Übergang. Vielleicht schließe ich noch ein Meisterschülerstudium an." Er hoffe, dass es gelingt und er eines Tages von seiner Kunst auch leben kann. "Noch bin ich jung genug", meint er. "Und ich lebe das, was ich mir wünsche. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei für mich nicht relevant."

Von der Wegstrecke, die der junge Mann dabei bereits zurückgelegt hat und die auch Auskunft darüber geben könnte, in welche Richtung er demnächst weitgehen möchte, gibt die Ausstellung im Sparkassengebäude, seine dritte in Freiberg überhaupt, bildhaft Auskunft.

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