Keine weitere E-Tankstelle für Brand-Erbisdorf

Acht Beschlüsse des Klimaschutzkonzeptes standen zur Abstimmung im Stadtrat - der für weitere Ladestationen fiel durch.

Brand-Erbisdorf.

Das Thema Elektromobilität hat im Brand-Erbisdorfer Stadtrat noch keinen Stellenwert - zumindest nicht, wenn es darum geht, dass eine weitere Ladestation für E-Fahrzeuge in der Stadt entstehen soll. So sprach sich das Gremium diese Woche mehrheitlich dagegen aus, das Errichten sogenannter E-Tankstellen in der Stadt zu fördern. Die sogenannte Maßnahme M-01 zur Errichtung von Ladestationen sollte Bestandteil des Klimaschutzteilkonzeptes für Brand-Erbisdorf werden und stand als einer von acht Beschlüssen zur Abstimmung im Stadtrat.

Andere Maßnahmen wurden bestätigt. Dazu zählt unter anderem, dass die Verwaltung sich um nachhaltige Beschaffung bemüht und auch an der Optimierung der Haustechnik arbeiten wird. Bis 2019 sollen Einzelmaßnahmen definiert werden. Ideen zum Beispiel für eine mögliche Umstellung der Beleuchtung in der Bergstadthalle gehören demnach dazu.

Diskussionspunkt war erneut das Thema der Solarenergie auf privaten Dächern. Laut Stadträtin Heidemarie Glöckner (BfB) habe der technische Ausschuss einen Beschluss nicht befürwortet. Sie stellte jedoch den Antrag, diesen zu ergänzen. Dem stimmte der Stadtrat zu und machte so den Weg frei, Bürger mit Informationen zu unterstützen, falls diese Solaranlagen installieren wollen. "Was wird konkret gemacht?", fragte Stadtrat Frank Gleißner (CDU). Britta Brinster, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, erläuterte anhand des Punktes Solarenergie auf kommunalen Dächern: "Es wird ein Regelwerk erstellt, wie das realisiert werden soll." Dabei sei die Wirtschaftlichkeit Ausgangspunkt.

Im Falle der E-Tankstellen fragte Stadtrat Wolfram Grundmann (CDU) nach einer Bedarfsanalyse. Die hatte die Stadt 2016 initiiert. "An der Umfrage beteiligten sich 26 Privatpersonen und 5 Unternehmer überwiegend aus Brand-Erbisdorf", heißt es in der Auswertung. Demnach befürworten mehr als Dreiviertel der Umfrageteilnehmer eine E-Ladetankstelle in Brand-Erbisdorf.

Am Autohaus von Dittmar Mäke im Gewerbegebiet Süd gibt es drei E-Tankstellen. "Sie werden kaum genutzt", sagt Dittmar Mäke und fügt an: "Wenn sich ein Kunde anmeldet, kann er sein Auto laden, egal, welchen Typ er hat." Eine Komplettladung koste zwischen 4,40 und 5,30 Euro. Sie dauere etwa fünf Stunden.


Kommentar: Graue Theorie

Grau, teurer Freund, ist alle Theorie. Ein bisschen fühlt man sich an diesen Satz aus Goethes Faust erinnert angesichts der Beschlüsse zum Brand-Erbisdorfer Klimaschutzteilkonzept. Denn es kommt wahrhaft theoretisch und mit Allgemeinplätzen bestückt daher. Kein Wunder also, dass sich Stadträte fragen, was das Ganze soll.

Keine Frage ist allerdings, dass die Kommune angesichts aktueller Umweltthemen ein solches Konzept erarbeiten - und auch Fördermittel dafür nutzen sollte - wie aktuell geschehen. Aber dann bitte mit mehr als nur Absichtserklärungen und politischen Willensbekundungen.

Dass die finanzielle Frage bei konkreten Maßnahmen in der Kommune nicht außen vor bleiben kann, das ist klar. Aber vielleicht wäre es besser, mit kleineren, jedoch konkreten und sichtbaren Maßnahmen zu beginnen, anstatt das vorhandene Absichtspapier vielleicht tief in den Schreibtisch zu versenken.

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