Mekka der Bücherfreunde

Die Stadtbibliothek verbuchte voriges Jahr 1098 Neuanmeldungen. Auch junge Leser konnten gewonnen werden. Und das hat mehrere Gründe.

Freiberg.

Seit die Stadtbibliothek im Herbst 2015 ins Kornhaus gezogen ist, steigt die Anzahl ihrer Nutzer stetig. Am alten Standort am Obermarkt hatte sie rund 1450 Leser. Ende 2019 waren es 5222 Nutzer - 156 mehr als Ende 2018. Das sagt Karla Grießbach, die Leiterin der Stadt- und Kreisbibliothek Freiberg.

Im vorigen Jahr meldeten sich 1098 Nutzer neu an. Dass viele junge Leser gewonnen werden konnten, führt Grießbach auf die gute Zusammenarbeit mit Kitas und Schulen zurück. Premiere erlebte 2019 das Projekt "Lust auf Lesen", das Bibliothek und Sparkasse Mittelsachsen organisieren. Es richtet sich an Oberschüler und wird fortgesetzt. Die Idee dafür hatte Beate Löwe, Leiterin der Kinder- und Jugendbibliothek.

Schon für die ganz Kleinen gibt es Angebote. So steht für die ab Dreijährigen an jedem letzten Mittwoch im Monat ab 15.30 Uhr die Bilderbuchstunde mit Booksy an. Die Kinder hören eine Geschichte und können danach basteln. Der Unkostenbeitrag fürs Basteln beträgt einen Euro. Für Samstag, 4. April, von 10 bis 13 Uhr werden wieder alle Kinder zum Basteln und Rätseln, zur Hasenjagd und zu viel Spiel und Spaß zu Ostern eingeladen. Zum Welttag des Buches hat sich die Bibliothek etwas für die ganze Familie einfallen lassen: Am 23. April sind ab 17 Uhr in der Bühne in der Borngasse (BiB) "Das musikalische Nashorn und andere Tiergeschichten" von Peter Hacks zu erleben. Die musikalische Lesung wird von Christian Steyer, Kultstimme von "Elefant, Tiger und Co.", präsentiert.

Und auch für die Großen gibt es wieder Veranstaltungen. Peter Brunnert liest am 5. März, 19 Uhr aus "Frau am Berg - wir müssen reden". "In seinen witzigen Texten mit satirischem Biss und einem wohlwollenden Augenzwinkern nimmt Brunnert die Schwierigkeiten und Missverständnisse zwischen den kletternden Geschlechtern aufs Korn", so Karla Grießbach. Bereits zur Tradition geworden sind die Ostdeutschen Krimitage mit Claudia Puhlfürst und weiteren sächsischen Autoren im Mai in Freiberg. Am 13. Mai, 19 Uhr, gibt es "Die lange Nacht der kurzen Krimis". Ralf Alex Fichtner zeichnet dabei wieder schaurig schöne "Blutbilder".

Seit Januar hat die Bibliothek ihre Nutzungsgebühren angehoben. Die Jahresgebühr für Leser ab 16 Jahren beispielsweise wurde von 15 auf 25 Euro erhöht. Laut Karla Grießbach sind die neuen Gebühren "kaum Thema" bei den Nutzern. Sie fügt hinzu: "Erklärt man die aktuellen Buchpreise - ein neues Buch in Hardcover kann schon mal 25 Euro oder mehr kosten - und das Angebot unserer Bibliothek, sind die Nutzer mit der jährlichen Nutzungsgebühr einverstanden."

Denn runtergebrochen auf einen Monat bedeute dies, dass die Nutzer für 2,08 Euro rund 68.000 Medien ausleihen können. Hinzu komme die Möglichkeit, von zu Hause E-Medien auszuleihen. Dass Kinder, Jugendliche und alle Schüler die Angebote kostenlos nutzen können, werde sehr begrüßt.

Renner seien derzeit Krimis, Biografien, Bücher zu Themen der aktuellen Zeitgeschichte, Ratgeber für alle Lebenslagen, Reiseführer und Bücher zu Handarbeitstechniken, sagt Karla Grießbach, die gerade Wladimir Kaminers "Russendisco" und "Die Kreuzfahrer" liest.

Acht- bis Zwölfjährige wiederum mögen die Reihe "Die Schule der magischen Tiere". Dauerbrenner seit Jahren seien "Die drei ???", "Das magische Baumhaus" und "Gregs Tagebuch". Comics und Mangas lägen ebenfalls in der Gunst der jungen Leser ganz vorn. Die Jüngsten lieben Geschichten über Feen und Prinzessinnen (Mädchen) und über Monster und Ninjago (Jungen).


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