Neukirchen hat jetzt eine Tagespflege

Die Diakoniestation Dittmannsdorf hat das Bürgerhaus im Nachbarort zu ihrem neuen Domizil umgebaut. Beim Tag der offenen Tür präsentierte der Verein am gestrigen Mittwoch die Ergebnisse des Projektes, in das er rund 1,2 Millionen Euro gesteckt hat.

Neukirchen.

So viele Gäste hatte das Bürgerhaus Neukirchen vermutlich schon seit Jahrzehnten nicht mehr: Hunderte Neugierige strömten am gestrigen Mittwoch in das Gebäude, das vielen auch noch als ehemaliger Gasthof des Ortsteils der Gemeinde Reinsberg bekannt ist. Anlass war der Tag der offenen Tür, zu dem die Diakonie-Station Dittmannsdorf eingeladen hatte. Der Verein hat hier nicht nur sein neues Domizil geschaffen, sondern auch eine Tagespflege mit 15 Plätzen eingerichtet. Die feierliche Einweihung folgt am Sonntag mit einem Festgottesdienst, der 13.30 Uhr in der Kirche von Neukirchen beginnt.

Den künftigen Besuchern der Tagespflege sollen sowohl Beschäftigungen und Therapien als auch Möglichkeiten zum Knüpfen von Kontakten angeboten werden, betonte Pfarrer Stephan Vödisch: "Das ist uns besonders wichtig." Wie der Vereinsvorsitzende weiter sagte, beginne der Tagesablauf gegen 8 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück und beinhalte bis zur Heimfahrt gegen 16 Uhr auch das Mittagessen und das Kaffeetrinken.


Die zum Aufenthaltsraum hin offene Küche ermögliche es auch, ergänzt Geschäftsführerin Kathrin Tränkner, die Gäste einzubeziehen: "Sie können zum Beispiel einen Salat schnippeln, Kartoffeln schälen oder gemeinsam einen Kuchen backen." Für die Betreuung in der Tagespflege werde ein Vertrag geschlossen. An den Tageskosten von beispielsweise 79,50 Euro für Gäste mit Pflegegrad 2 (bei Pflegegrad 3 sind es 87,80 Euro) beteiligen sich die Pflegekassen; entsprechend niedriger fällt der Eigenanteil aus.

Zum Start am 2. Juli dieses Jahres rechnet Pflegedienstleiterin Carmen Tamme mit zehn Gästen in der Tagespflege: "Sechs feste Anmeldungen liegen bereits vor." Sie leitet neben den neun Mitarbeitern der Tagespflege auch die Schwestern der Sozialstation an, die rund 210 Personen im Umfeld bis nach Mohorn im pflegerischen Bereich helfen und im Haushalt unterstützen. Insgesamt zähle die Diakoniestation 45 Mitarbeiter, sagt Kathrin Tränkner. Die Gesamtinvestition beziffert Christian Rüdiger als Vize-Vereinschef auf rund 1,2 Millionen Euro: "Da ist neben den reinen Bau- und Planungskosten der Kauf des Gebäudes ebenso eingerechnet wie sonstige Ausgaben, etwa für Gebühren." 150.000 Euro Zuschuss habe der Verein aus der Fernsehlotterie erhalten, 300.000 Euro seien aus dem Fördertopf für die ländliche Entwicklung geflossen. Über das EU-Programm seien zudem weitere 58.000 Euro geflossen, damit im Erdgeschoss des Hauses Räume für Zusammenkünfte von Vereinen und Interessengruppen, Archivzwecke und die Bibliothek des Ortes entstehen konnten.

Letzteres freut besonders Marita Schöne und Ute Lange, die als ehrenamtliche Bibliothekarinnen seit rund zehn Jahren die Leseratten aus Neukirchen und den Nachbarorten mit Literatur versorgen. Bei dem Angebot erhielten sie Unterstützung von der Stadtbibliothek Freiberg, erläutert Marita Schöne. Aktuell seien rund 100 Nutzer registriert: "Wir denken über einen Bereich für Kinder und Jugendliche nach, um weitere Leser zu gewinnen."

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